TOSSENS - TOSSENS/JE - Die Freiwillige Feuerwehr Tossens verfügt derzeit über 27 Mitglieder – darunter vier Frauen. „Wir haben eine gesunde Mischung aus jungen und alten Kameraden", fasste Gruppenführer Renke Hessenius während der Jahreshauptversammlung im Tossenser Gerätehaus zusammen. Doch in der Tageszeit zwischen 9 und 16 Uhr hätte die Ortswehr schon Probleme, eine große Gruppe für Einsätze zu mobilisieren. Wenn die meisten Wehrleute an ihren Arbeitsplatz sind, komme es zu gefährlichen Engpässen, so Hessenius.
Doch dieser Entwicklung, der sich alle Feuerwehren derzeit stellen müssen, versuche man gegenzusteuern. Die Ausbildung in der Wehr wurde so intensiviert, dass auch die wenigen tagsüber zur Verfügung stehenden Einsatzkräfte alle anfallenden Aufgaben gut erledigen könnten. So wurden im vergangenen Jahr in den eigenen Reihen eine große Zahl Brandretter zu Maschinisten und Atemschutzgeräteträger ausgebildet. Wenn die Einsatzkräfte über Tag damit auch nicht mehr werden, könnten auf diese Weise zumindest die wichtigsten Tätigkeiten bei einem Einsatz gewährleistet werden, sagte Renke Hessenius.
Auch Gemeindebrandmeister Wilfried Welp ist dieses Problem nicht unbekannt. Gerade zur Zeit des Schichtwechsels in den Nordenhamer Werken hätten die Wehren Schwierigkeiten, ihre Mannschaft zusammenzubekommen. Welp warnte vor der Entwicklung, dass bei einem Einsatz „nur die Fensterplätze besetzt werden". Gerade wegen dieses Personalmangels zu bestimmten Zeiten sei es unerlässlich, dass die Wehren mehr Nachwuchs finden. Die Jugendfeuerwehren seien hier eine sehr gute Möglichkeit, denn Quereinsteiger zähle er bei den Feuerwehren so gut wie nie, so Welp.
Tossens Ortsbrandmeister Norbert Nimptsch äußerte sich in seinem Jahresbericht einmal mehr kritisch über die Fehlalarme von Brandmeldeanlagen. Insgesamt rückten die Tossenser Brandretter zu zehn Hilfeleistungen, drei Übungen und 22 Brandeinsätzen aus. Hinter den 22 Brandeinsätzen verstecken sich aber auch 13 Fehlalarme im Tossenser Center Parc und drei im Burhaver Seniorenheim. In 2005 leisteten die Tossenser Wehrleute insgesamt 2275 Dienststunden.
Mit der Verdienstmedaille des Kreisfeuerwehrverbandes wurde Kurt Knauel ausgezeichnet. Knauel sei über Jahre Gemeindejugendfeuerwehrwart gewesen und habe auch als Gruppenführer der Tossenser Wehr immer zur Stelle gestanden, lobte Welp in seiner Laudatio. Zu Oberfeuerwehrmännern wurden Nils Müller, Alfred Balaj, Sascha Meister und Patrick Reich befördert. Nils Müller war im Jahr 2005 auch der Diensteifrigste. er nahm an allen 24 Dienstabenden teil.
Zur neuen stellvertretenden Jugendwartin wurde Stefanie Hohrath gewählt. Sie übernimmt das Amt von Dennis Heidenreich, der aus beruflichen Gründen ausschied. Sascha Meister übernahm von Michael Rohde das Amt des Funkwartes.
