TOSSENS - Im Ober- und im Dachgeschoss einer Ferienanlage in der Rügener Straße in Tossens brennt es. Acht Erwachsene, zwei Kinder und ein Baby müssen aus den drei Ferienwohnungen evakuiert werden, vier Verletzte muss die Feuerwehr teils unter schwerem Atemschutz suchen und ins Freie retten. Doch der Großeinsatz der vier Butjadinger Feuerwehren am Mittwochabend war glücklicherweise nur eine Übung.
In jedem Jahr muss der Sunparks Nordseeküste in Tossens eine große Evakuierungsübung mit der Feuerwehr abhalten. Diesmal hatten sich die Mitarbeiter des Ferienanbieters und der stellvertretende Gemeindebrandmeister Dietmar Wiggers nicht den Hotelkomplex als Übungsobjekt ausgesucht. Ein Ferienapartmenthaus sollte in Brand stehen, so die Lage. Entsprechend viele Urlauber galt es für die Feuerwehreinheiten zu suchen und zu retten. Die Verletzten stellte die Feuerwehr Einswarden.
Enge Situation
Das Einsatzobjekt verlangte den Einsatzkräften einiges ab, bilanzierte Dietmar Wiggers. Ganz bewusst sei ein Objekt ausgesucht worden, dass inmitten weiterer Gebäude liegt und mit Einsatzfahrzeugen nicht über Straßen erreicht werden konnte. So musste jeder Schlauch, jede Leiter, jeder Lichtstrahler und alle weiteren Einsatzgeräte von den Feuerwehrleuten zu den Wohnungen getragen werden. Und weil die Autos der Urlauber an den Straßen parkten, war es einmal eine ganz andere engere Situation als beispielsweise ein Brand auf einem übersichtlichen Bauernhof, so Wiggers.
Die ersten Brandschützer beschäftigten sich sofort mit der Menschenrettung. So wurden die „Verletzten“ über das Treppenhaus und über eine Steckleiter von einem Balkon aus der dritten Etage gerettet. Zudem mussten zwei Wasserversorgungen aufgebaut werden: Eine aus einem Unterflurhydranten ganz in der Nähe und eine von einem weit entfernten Löschwasserbrunnen.
Doch neben der Menschenrettung und der Wasserversorgung in dem eng bebauten Gebäudekomplex stand vor allem die Kommunikation auf dem Prüfstand.
Sunparks-Krisenteam
„Wir wollten sehen, wie die Kommunikation zwischen der Einsatzleitung und den eingesetzten Kräften auf der einen und zwischen Feuerwehr und Hotelleitung auf der anderen Seite klappt“, erklärte Dietmar Wiggers, der die Übung leitete. So saß auch Sunparks-Chef Christoph Muth im Einsatzleitwagen der Feuerwehr. Er war die Schnittstelle zwischen Feuerwehr-Einsatzleitung vor Ort und dem Sunparks-Krisenteam im Hotel, das in einen eigenen Raum die Lage ebenfalls bewältigte und die Feuerwehr unterstützte. „Wir haben sofort die Listen mit den belegten Ferienwohnungen, die Anzahl der Personen und das Alter der Personen bekommen. Das hat richtig gut geklappt“, lobte Wiggers.
Im Sunparks-Krisenteam sind alle Abteilungsleiter und noch weitere Mitarbeiter versammelt, die notfalls nachts mit dem Telefon zusammengerufen werden. Das Fazit von Dietmar Wiggers war positiv. Nun gelte es, die Funkkommunikation, auch technisch, noch zu verbessern.
