TOSSENS - Eine englische 14-Kilo-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg hat in der Nacht zu Dienstag einen Großeinsatz aller vier Ortswehren in Butjadingen (Kreis Wesermarsch) ausgelöst. Zwölf Menschen wurden vorsorglich in Krankenhäuser gebracht.
Es war um kurz vor Mitternacht, als der Treckerfahrer mit dem Frontmäher, den er vor seinen schweren Schlepper gespannt hatte, das Schilf in der Böschung des Eckwarder Sieltiefs unweit von Tossens mulchte. Plötzlich hörte er ein metallenes Geräusch. Dann sah er eine Flamme.
„Zunächst dachte ich, dass mit dem Trecker etwas ist, und habe den Rückwärtsgang eingelegt“, sagte der 32-Jährige, den dieNWZ
in der Wesermarsch-Klinik Nordenham erreichte. Als Mitarbeiter des Lohnunternehmers Frerk Francksen bereitete er ein abgeerntetes Maisfeld zum Pflügen vor.Doch als die Flamme nicht erlosch, wurde er stutzig, stieg kurz aus und informierte dann seinen Chef und die Feuerwehr. 15 Minuten später, um Mitternacht, waren alle vier Butjadinger Ortswehren mit insgesamt 60 Feuerwehrleuten am Einsatzort, sagt Gemeindebrandmeister Wilfried Welp. Doch nur ein Löschfahrzeug der Tossenser Wehr mit elf Leuten fuhr zum Fundort der Bombe, der weit im Land liegt.
Der Treckerfahrer fuhr den Feuerwehrleuten entgegen. Die Feuerwehrmänner rückten unter Atemschutz vor und deckten die Bombe mit Erde ab. Weil die Phosphor-Dämpfe aus der Bombe als gefährlich gelten, wurden die elf Feuerwehrleuten und der Treckerfahrer vorsorglich in Krankenhäuser in Nordenham, Brake, Varel und Oldenburg gebracht.
Der 32-Jährige und die drei Feuerwehrwehrleute, die nachts um 2 Uhr in die Nordenhamer Wesermarsch-Klinik gebracht worden waren, durften die Intensiv-Station am Vormittag verlassen. Sie müssen voraussichtlich bis Mittwochmorgen im Krankenhaus bleiben, sagte der Treckerfahrer derNWZ
. Die vier vertrieben sich die Zeit mittlerweile beim Skatspielen.Der Trecker darf zunächst nicht genutzt werden, am Dienstagnachmittag sicherte der Kampfmittelräumdienst den Fundort.
