Petersdorf - Ein verheerendes Bild bietet sich den Rettungskräften am Mittwochmorgen auf der Hauptstraße in Petersdorf im Ortsteil Lutz. Ein in zwei Teile gerissenes Autowrack liegt auf einem Acker. Das Fabrikat ist nur noch zu erahnen. Prospekte für Haustüren, die in dem Auto gelegen hatten, flattern umher. Überall verteilt liegen Wrackteile, zerborstene Scheiben, eine abgerissene Stoßstange.

Dass diesen Unfall jemand überlebt haben könnte, vermag man auf den ersten Blick nicht zu glauben.

„So etwas habe ich bislang noch nicht erlebt“, sagt ein erfahrener Rettungssanitäter. Was ihn vor allem verblüfft, ist, dass der Fahrer zwischen zwei nur 1,50 Meter auseinander stehenden Bäumen hindurch geschossen war. Wäre er mit einem der Bäume frontal kollidiert, jede Hilfe wäre wohl zu spät gekommen.

Einige hundert Meter vor der Unfallstelle war – wie bereits berichtet – am Dienstagabend ein elfjähriger Junge bei einem Unfall schwer verletzt worden. Der Fahrer, ein 51-Jähriger aus Bösel, befuhr am Mittwochmorgen gegen 7.40 Uhr die Hauptstraße in Petersdorf.

In einer leichten Rechtskurve etwa in Höhe der Hausnummer 71 passiert es. Der Böseler folgt nicht dem Straßenverlauf, sondern schießt geradeaus zunächst über die Gegenfahrbahn und dann zwischen die beiden Bäume hindurch. Dabei wird das Fahrzeug auseinandergerissen, die Wrackteile landen auf einem Acker. Der Fahrer wird aus dem Fahrzeug geschleudert.

Ersthelfer kümmern sich um den schwer verletzten Mann, schildert Franz-Josef Nording, Ortsbrandmeister der Böseler Feuerwehr. Er ist als einer der ersten Rettungskräfte vor Ort. Bei der Meldung lautete es, dass der Fahrer in dem Wrack eingeklemmt sein sollte. Das bewahrheitet sich glücklicherweise nicht.

Der Fahrer wird aber so schwer verletzt, dass die Rettungskräfte den Rettungshubschrauber alarmieren. Der landet wenig später auf der Hauptstraße. Nachdem der Schwerverletzte stabilisiert werden kann, fliegt ihn der Hubschrauber in ein Krankenhaus nach Oldenburg.

Die Polizei sperrt die Hauptstraße zwischen dem Ortsausgang Petersdorf und in etwa der Höhe Lutzweg für rund eine Stunde komplett.

Reiner Kramer
Reiner Kramer Redaktion Münsterland (Stv. Leitung Cloppenburg/Friesoythe)