Oldenburg - Mal eben schnell eine Nachricht auf dem Handy beantworten, mal eben schnell ins Handschuhfach schauen, mal eben schnell Menschenleben in Gefahr bringen: Auf der A28, Bremen Richtung Oldenburg, kam es am Dienstagmittag kurz hinter dem Ostkreuz (fast) zu einem folgenschweren Unfall. Wegen eines hier mit Getriebeschadens liegen gebliebenen Tanklastzugs sicherte die Polizei den Bereich mit Nissenleuchten, Klappbaken und dem Blaulicht des eigenen Streifenwagens rückwärtig ab, leitete den Verkehr vom rechten Fahrbahnrand zur Mittellinie.

Dies alles genügte aber offenbar nicht – gegen 11.45 Uhr steuerte ein Laster mit auf einem Anhänger geladenen Containern geradewegs auf den Beamten zu, der im abgesperrten Bereich den Verkehr zusätzlich einwies. Als der Laster gleich drei Absperrleuchten überrollte, jedoch mit unverminderter Geschwindigkeit weiterfuhr, brachte sich der Polizeibeamte durch einen Sprung hinter die Leitplanken in Sicherheit. Dann riss der Lastwagen-Fahrer offenbar kurzerhand sein Steuer herum und wich im letzten Moment auf die Überholspur aus. Ein paar hundert Meter weiter hielt er schließlich kurz an, setzte seine Fahrt dann aber sogleich wieder fort. „Kurz vor Westerstede konnten ihn dann Kollegen stellen“, sagt Jörg Uchtmann, Leiter der Autobahnpolizei Oldenburg, „der Fahrer konnte sich den Vorfall aber selbst nicht erklären.“

Uchtmann mahnt daher die Verkehrsteilnehmer zu gesteigerter Konzentration und dazu, „die Augen offen“ zu halten. „Zu vermeiden sind Ablenkungen auf allen Straßen, aber gerade in Hochgeschwindigkeitsbereichen müssen Fahrer fokussiert sein und dürfen nicht freischwebend über die Autobahn fahren“, sagt er.

Zeugen des Vorfalls werden gebeten, sich bei der Autobahnpolizei in Rastede zu melden unter Tel. (04402) 93 31 15.