Obenstrohe - Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr ist der Waldsee Herrenneuen zum Schauplatz einer Tragödie geworden. Nachdem Ende August ein Mann beim Baden ertrunken war, wurde am ersten Weihnachtstag die Leiche einer Frau geborgen. Die Todesursache ist laut Polizei noch nicht geklärt.
Zwar ist rund um den kleinen See ein Wanderweg angelegt. Das Betreten erfolgt aber auf eigene Gefahr. Eigentümer sind die Niedersächsischen Landesforsten. Die Behörde verhängte ein Badeverbot. „Der Waldsee ist als Feucht-Biotop angelegt“, betonte Eckhard Janßen, Verwaltungsdezernent im Fortamt Neuenburg, bereits im August auf NWZ-Nachfrage: „Er ist nicht zum Baden gedacht.“
Dennoch sind keine Warnschilder aufgestellt – und das obwohl die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) das Gewässer als „gefährlich“ einstuft. Dass dennoch immer wieder Personen in den Waldsee steigen, könne von den Landesforsten kaum verhindert werden.
„Das Verbot ist nicht durchgängig überprüfbar“, sagte Eckhard Janßen nach dem tödlichen Unfall vor vier Monaten. Auch das Aufstellen von Schildern könne das Forstamt nicht leisten: „Es gibt zu viele Seen, in denen Baden verboten ist“, sagte er und appellierte an den „gesunden Menschenverstand“ der Besucher: „Rauchen und offenes Feuer ist im Wald auch nicht erlaubt, und dennoch steht nicht an jeder Zuwegung ein Schild.“
In dem Waldsee gibt es unterschiedliche Wassertiefen. „An einigen Stellen fällt der Boden plötzlich ab“, sagte Kai Langer, Vorsitzender der Vareler DLRG-Ortsgruppe. Schon nach dem ersten Todesfall 2009 scannten die Lebensretter den See ab und erstellten eine Reliefkarte, um im Notfall besser reagieren zu können. Der See mit einer Tiefe bis zu zehn Metern sei sehr säurehaltig. Deshalb gibt es darin auch keine Fische und kaum Pflanzen, so Langer.
