VAREL/SCHORTENS/OLDENBURG - Für Aufsehen hat in Friesland der Prozess gegen eine 25 Jahre alte Frau aus Schortens gesorgt, die einem Sexpartner aus Varel ihre HIV-Infektion verschwiegen hatte. Der Fall zieht Parallelen zu dem „No-Angels“-Star Nadja Benaissa. Ähnlich wie die Frau aus Schortens soll auch sie Partnern gegenüber ihre Erkrankung verheimlicht haben, sie muss sich demnächst vor Gericht verantworten. Es sei ihr bewusst gewesen, dass jeder ungeschützte Sexualkontakt eine Übertragung des Virus zur Folge haben könne, so die Staatsanwaltschaft in Darmstadt.
Die Problematik war auch der 25-Jährigen aus Schortens klar. Schon mehrmals musste sie sich wegen ähnlicher Fälle vor Gericht verantworten. Von ihrer Aufklärungspflicht habe sie also gewusst, lautet der Vorwurf an die Frau.
Nach früheren Prozessen in Wilhelmshaven und Jever hatte Oberstaatsanwalt Ralf Hentzel der 25-Jährigen deutlich gemacht, dass sie in Zukunft jedem Sexpartner ihre HIV-Infektion zu offenbaren habe. „Ich habe geglaubt, dass meine überaus deutliche Ansage sitzt“, sagte der Oberstaatsanwalt. Umso überraschter sei er gewesen, als er wenig später von dem Fall aus Varel gehört habe. Erneut habe die 25-Jährige einem Sexualpartner ihre HIV-Infektion verschwiegen.
Wegen der Vareler Geschichte war die 25-Jährige am Mittwoch vom Oldenburger Landgericht zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Und weil aus einer früheren Verurteilung aus Wilhelmshaven noch knapp zwei Jahre Haft offen sind, muss die junge Frau nun für gut vier Jahre ins Gefängnis.
