Hannover - Die Polizei wappnet sich gegen Randale am Vatertag. In vielen Städten Niedersachsens werden am Donnerstag (Christi Himmelfahrt) mehr Beamte unterwegs sein, um betrunkene Störer in Zaum zu halten. Im Braunschweiger Prinzenpark und im Landkreis Goslar will die Polizei sogar Reiterstaffeln und Hundeführer einsetzen. Im vergangenen Jahr hatten sich betrunkene Vatertagsausflügler vielerorts im Land geprügelt.
Der Vatertag ist bei jungen Menschen beliebt, um im Grünen zu feiern und teilweise über die Stränge zu schlagen. „Dass die meisten kinderlos sind und auch immer mehr Frauen Geschmack an den Touren finden, ist dabei egal“, heißt es bei der Polizei in Lüneburg. Dort warnt man schon im Vorfeld: „Etwas trinken ist okay - zu viel trinken ist absolut uncool - und Randale machen geht gar nicht!“
Einige Kommunen wollen die Aggressionen schon im Vorhinein vermeiden und setzen auf ein Alkoholverbot. Im Wolfsburger Allerpark und im östlichen Teil des Naherholungsgebietes Elm ist Alkohol deshalb der Polizei zufolge tabu.
In den Kreisen Cloppenburg und Vechta verstärke an Himmelfahrt die Polizei ihre Kontrollen, sagte Polizeisprecher Klaus Kösterke. „Der Streifendienst führt verstärkt sogenannte Bollerwagenkontrollen durch“, sagte er. Wenn die Beamten bei Minderjährigen Alkohol finden, werde er beschlagnahmt. „Da haben wir ein Auge drauf.“
Die Beamten in Bremen sehen in diesem Jahr gelassener auf den Vatertag: „Das hat sich in den letzten zwei Jahren beruhigt“, sagte ein Sprecher. Dennoch habe man die Kräfte verstärkt. In der Grafschaft Bentheim gelte Uelsen als Vatertags-Brennpunkt, sagte Polizeisprecher Achim van Remmerden. Am Himmelfahrtstag träfen sich dort morgens immer viele Männer zum „Dautrappen“ - zum Tautreten. Sehr viele Betrunkene seien die Folge.
Auch im Landkreis Goslar ist an einigen Orten das Trinken verboten. In den vergangenen Jahren habe es dort Alkoholexzesse, Körperverletzungen und Sachbeschädigungen gegeben, begründete ein Sprecher des Landkreises. Er beklagte Lärm, Wildpinkler, verbotene Lagerfeuer und Müllberge. Die Polizei will Bereitschaftskräfte, Diensthunde und eine Reiterstaffel einsetzen.
In Braunschweig setzt die Polizei ebenfalls auf tierische Unterstützung, um mögliche Krawallbrüder unter Kontrolle zu bringen. „Leider sind immer einige dabei, die sich gnadenlos zuschütten und nur Blödsinn im Kopf haben“, sagte ein Sprecher. In Hannover hat die Behörde Beamte parat, um bei Ausschreitungen eingreifen zu können.
Im Jahr 2014 hatten in Wittmar bei Wolfenbüttel rund 70 teils maskierte Männer Polizisten mit Flaschen und Feuerwerkskörpern beworfen und den Hitlergruß gezeigt. In Meine (Kreis Gifhorn) kam es zu Ausschreitungen unter rund 100 Männern vor einer Gaststätte. Im Kreis Wittmund landeten etliche Schläger im Krankenhaus. Die Polizei willsolche Ausschreitungen in diesem Jahr unbedingt verhindern.
