VERDEN - Im Prozess um den Tod eines neugeborenen Kindes auf einer Kasernen-Toilette hat die angeklagte Soldatin am dritten Verhandlungstag ihr Schweigen gebrochen. Die Öffentlichkeit war während der Aussage am Donnerstag vor dem Landgericht Verden ausgeschlossen. Aber bereits nach kurzer Zeit wurde die Befragung unterbrochen, sie soll erst am Freitag kommender Woche (14.) fortgesetzt werden.

Zu den Gründen und dem Inhalt der bisherigen Vernehmung der 24-Jährigen wollten weder das Landgericht noch die Verteidigung Angaben machen. "Die Situation ist nicht einfach für sie", sagte ihr Anwalt Erwin Bugar lediglich.

Die Anklage wirft der jungen Frau aus Sachsen-Anhalt Totschlag durch Unterlassen vor. Die Bundeswehrsanitäterin soll ihr lebensfähiges Baby im März in Schwanewede (Kreis Osterholz) nach einer heimlichen Geburt im Toilettenbecken liegen gelassen haben. Das Mädchen erstickte.

Eine Sanitätsoffizierin, die einige Stunden nach der Geburt zu der Angeklagten gerufen worden war, berichtete: "Sie sagte mir, dass sie gar nicht wusste, dass sie schwanger war." Nach Ansicht der Beschuldigten sei das Kind schon bei der Geburt tot gewesen. Die Zeugin hatte die Leiche des Babys in einem Plastikeimer im Spind der Angeklagten gefunden.