Cloppenburg - Scharfe Kritik am Verhalten vieler Radfahrer im Cloppenburger Stadtgebiet hat jetzt der Geschäftsführer der Kreisverkehrswacht Cloppenburg geübt. „Das Befahren der Gehwege scheint für viele Cloppenburger Radler normal zu sein. Zudem werden die Gehwege nicht nur in Fahrtrichtung rechts, sondern auch in der Gegenrichtung benutzt“, sagte Klaus Fangmann.
Dass die Radler damit zahlreiche Fußgänger in Gefahr brächten, spiegele sich allmorgendlich beispielsweise an der Kirchhofstraße vor der Grundschule St. Andreas wider. „Elternlotsen ermöglichen den Schülern das sichere Überqueren der Fahrbahn. Aber sobald die Kinder die Straße fast überquert haben, müssen sie an der Bordsteinkante zum Gehweg warten, um nicht von Radfahrern, die dort linksseitig unterwegs sind, angefahren zu werden“, ärgert sich Fangmann. Dieses Verhalten zahlreicher Radler sei völlig inakzeptabel.
Dabei – so Fangmann – seien die Verkehrsregeln für Radfahrer doch denkbar einfach zu befolgen: Radfahrer haben die Fahrbahn zu benutzen. Sie müssen rechts fahren. Nur an den Stellen, wo das runde blaue Schild mit dem weißen Fahrradsymbol aufgestellt oder wo ein Fahrradstreifen markiert ist, müssen Radler diesen Straßenteil benutzen.
Unterdessen kritisierte NWZ -Lesern Monika Klaßen (Sevelten) in einem Brief an die Redaktion scharf das Verhalten der Autofahrer. Vor einigen Wochen sei sie als Radfahrerin von einem Pkw angefahren worden. Dieser sei von einem Parkplatz kommend auf die Hauptstraße abgebogen, ohne auf den Radweg zu achten. Nach einem heftigen Sturz über die Motorhaube habe sie sich auch noch von einem Passanten anpöbeln lassen müssen.
Laut Polizeiaussage hätten beide Beteiligten Schuld getragen. Der Autofahrer, weil er nicht auf den fließenden Verkehr geachtet hat, und die Radlerin, weil sie nicht auf der Hauptstraße gefahren sei. „Seitdem fahre ich vorschriftsmäßig auf der Straße. Ergebnis: Autofahrer fahren scharf an den Radfahrern vorbei; hupen, zeigen den berühmten Finger oder halten gar an und schimpfen, wie mir jüngst geschehen: „Du blöde Kuh, fahr gefälligst auf dem Radweg.“
Solch ein Verhalten will auch Verkehrsexperte Fangmann nicht durchgehen lassen: „Radfahrer sind gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer“, lautet sein Appell.
