Betrifft:
„Die Katastrophe so gut es geht in Griff kriegen“, NWZ vom 18. Februar 2008.(...) Laut Bericht sollte bei dieser Übung nach einem Kühlmittelverlust kontrolliert radioaktiver Wasserdampf freigesetzt werden, um den Druck im Reaktorsicherheitsbehälter zu verringern. Sofern der Reaktordruckbehälter bei diesem Vorfall unversehrt geblieben und der Kühlmittelverlust lediglich durch den Bruch einer Leitung im Primärkreislauf eingetreten ist, handelt es sich um einen relativ harmlosen, sicherheitstechnisch beherrschbaren Auslegungsstörfall. In diesem Falle wäre es irreführend, von einer „Katastrophe“ zu sprechen.Wenn Schlimmeres geschehen ist, dann wird bei der Druckentlastung sicherlich nicht nur radioaktiver Wasserdampf entweichen (...), sondern mit dem Dampf werden auch Radionuklide unterschiedlichster Art und Toxizität fortgetragen. Unter ungünstigen Bedingungen kann das zu Tausenden von Todesfällen führen, und weite Landstriche können dauerhaft unbewohnbar werden.
Wer eine riskante Technologie betreibt oder sie politisch verantwortet, der sollte verpflichtet sein, die Menschen vorbehaltlos über die Risiken und Gefahren sowie die Unfallvorsorge aufzuklären (...).
Im Großraum Hamburg wurde (...) eine große Übung zu einem Unfall im Atomkraftwerk Krümmel abgehalten und als überaus erfolgreich gefeiert. Eine Nachfrage ergab, dass sie unter völlig unrealistischen Bedingungen durchgeführt worden war.
Ulrich Uffrecht21614 Buxtehude
