WANGERLAND - In der Nacht zu Sonnabend um Punkt 0.27 Uhr gab es einen dumpfen Knall, eine Erdfontäne schoss in die Luft – die Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg war vernichtet.
Doch bis es so weit war, hatten Polizei, Kampfmittelbeseitiger, Feuerwehr, Rettungsdienst und Technisches Hilfswerk alle Hände voll zu tun. Der Platz rund um die Sprengung musste gesichert und weiträumig abgeriegelt werden.
Die amerikanische 45-Kilo-Bombe wurde mit einem elektronischen Zünder versehen, in zweieinhalb Metern Tiefe vergraben und dann gesprengt. Die Sicherheitsbeschränkungen waren dennoch rigoros: „Geht was schief, können die Splitter bis zu 1000 Meter weit fliegen“, sagte Bombenexperte Tomas Hauschild, der für die Sprengung zuständig war.
Ein Baggerfahrer hatte die Fliegerbombe bei Grabarbeiten auf einem Feld bei der Stumpenser Mühle bereits am Mittwoch gefunden. Offenbar wurde dem auf den ersten Blick unscheinbaren Metallzylinder zunächst keine Beachtung geschenkt, er blieb auf dem Acker liegen. Doch dann informierten die Arbeiter sicherheitshalber die Polizei. Die forderte am Freitag ihren Kampfmittelbeseitigungsdienst an – und der schlug Alarm: Weil die Bombe bereits mehrfach bewegt worden war, bestand Gefahr, dass sie explodiert. Da der Zündmechanismus beschädigt war, konnte die Bombe Hauschild zufolge nicht entschärft werden. Deshalb wurde noch in der Nacht die Sprengung vorbereitet.
Die Polizei flog per Hubschrauber weitere Sprengstoffexperten aus Hannover ein. An der Fundstelle wurde das 2,5 Meter tiefe Sprengloch ausgehoben und die Bombe vorsichtig versenkt. Das Technische Hilfswerk aus Jever sorgte dabei für die Beleuchtung.
Parallel dazu sperrte die Polizei die umliegenden Straßen – darunter kurzfristig auch die Kreisstraße 87 zwischen Kaisershof und Horum – und evakuierte sieben Häuser und Höfe. Die Bewohner wurden während der Sprengung im Feuerwehrgerätehaus Minsen untergebracht. Auch zwei Urlauberfamilien mussten ihre Feriendomizile verlassen.
Bevor Tomas Hauschild den Sprengsatz zündete, suchte der Polizeihubschrauber aus Rastede die Fundstelle noch einmal mit der Wärmebildkamera ab. Nachdem die Besatzung des Helikopters grünes Licht gegeben hatte, wurde die Fliegerbombe kontrolliert und ohne besondere Zwischenfälle gesprengt.
Da die Bombe mehrfach bewegt worden war, drohte eine
Explosion
