WANGEROOGE - Bei starkem Wind um sechs Beaufort und grober See haben die Seenotretter der Station Hooksiel der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in der Nacht zu Sonntag einen verletzten Seemann von einem Containerschiff in der Deutschen Bucht vor Wangerooge geborgen.

Gegen 3 Uhr hatte sich die unter liberianischer Flagge fahrende „RHL Agilitas“ über den internationalen Notrufkanal bei der Seenotküstenfunkstelle Bremen der DGzRS gemeldet. An Bord des Frachters war der 53-jährige technische Ingenieur des Schiffs vom Niedergang zum Maschinenraum gerutscht und stürzte 3 Meter in die Tiefe. Dabei schlug er mit dem Kopf mehrfach gegen die Stufen und zog sich schwerste Verletzungen im Gesicht und Frakturen an Kiefer und Nase zu.

Die Besatzung des zurzeit in Hooksiel stationierten Seenotkreuzers „Hannes Glogner“ hatte den Notruf bereits gehört, als sich die Seenotleitung der DGzRS über Funk meldete. Die Seenotretter nahmen den Seenotarzt der Station an Bord und mit ihm unverzüglich Kurs auf die Neue-Weser-Reede Nord.

Etwa sieben Seemeilen (13 Kilometer) nördlich der Insel Wangerooge ging Vormann Uwe Gerdelmann mit dem Seenotkreuzer bei dem 177 Meter langen Containerschiff längsseits. Bei nordwestlichen Winden mit bis zu 50 km/h Windgeschwindigkeit und bis zu zwei Metern Seegang war dies kein leichtes Unterfangen.

Über die Lotsenleiter erklommen der Arzt und ein Seenotretter, selbst ausgebildeter Rettungsassistent, die etwa 8,50 Meter hohe Bordwand des leer fahrenden Frachters. Der Seenotarzt diagnostizierte Nasen- und Jochbeinbruch bei dem 54-jährigen Verletzten. Mit Hilfe der speziell für solche Fälle konstruierten Bergungstrage mit Vakuummatratze übernahmen die Seenotretter den Patienten.

Auf der Rückfahrt ans Festland versorgten sie ihn im Bordhospital des Seenotkreuzers. In Hooksiel übergaben die Seenotretter den Mann an den Landrettungsdienst, der ihn in ein Krankenhaus brachte.