• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Weitere Exhumierungen geplant

16.07.2015

Oldenburg /Delmenhorst /Ganderkesee Die Nachricht kommt nicht überraschend, ist aber dennoch erschreckend: Ex-Krankenpfleger Niels Högel hat möglicherweise im Klinikum Delmenhorst zehn weitere Patienten getötet. Er könnte zum schlimmsten Serienmörder nach dem Krieg werden.

Die Polizei hat auf dem Friedhof in der Urnenburger Straße in Ganderkesee und dem evangelischen Friedhof „Heilig-Geist“ in Delmenhorst 29 im Klinikum verstorbene Patienten ausgraben lassen. In zehn Fällen wurde bei der Untersuchung der Gewebeprobe der Wirkstoff „Ajmalin“ nachgewiesen, der im Herzmedikament Gilurytmal enthalten ist.

„Das ist heftig“, sagte Anwältin Gaby Lübben (Delmenhorst), die im jüngsten Prozess gegen Högel die Nebenkläger vertrat. Der 38-Jährige wurde im Februar wegen fünf Taten im Klinikum Delmenhorst zu lebenslanger Haft verurteilt. Er hatte den Patienten eine Überdosis Gilurytmal gespritzt. Bereits 2008 war Högel wegen eines Tötungsversuchs verurteilt worden. Er sitzt seit 2009 im Gefängnis.

Lübben hat bereits wieder zwölf Mandanten, die in einem weiteren Prozess gegen Högel als Nebenkläger auftreten könnten. „Ich gebe erst Ruhe, wenn er für alle Taten verurteilt worden ist“, sagte die Anwältin.

Die Polizei untersucht insgesamt 174 Todesfälle im Klinikum Delmenhorst. Ein Experte überprüft anhand der Akten von allen nicht feuerbestatten Patienten, ob deren Tod sich eindeutig auf den Krankheitsverlauf zurückführen lässt oder nicht. 52 Gutachten wurden zu Verstorbenen auf beiden Friedhöfen erstellt, in 29 Fällen bestand Mordverdacht, in zehn wurde bei den toxikologischen Untersuchungen der Wirkstoff „Ajmalin“ nachgewiesen.

Nach Angaben der Ermittler liegen bereits weitere Gutachten zu verstorbenen Patienten des Klinikums Delmenhorst vor, die auf anderen Friedhöfen bestattet wurden. Am Dienstag wurden sieben Leichen auf dem katholischen Friedhof in Delmenhorst ausgegraben. Die Untersuchung der Gewebeproben läuft.

Weitere Exhumierungen sind für August geplant. Wo, will die Sonderkommission „Kardio“ nicht verraten.

Zu den Ermittlungen im Klinikum Oldenburg, wo Högel vor Delmenhorst als Pfleger tätig war, hieß es, sie dauerten an. „Details können dazu derzeit noch nicht mitgeteilt werden.“ In Wilhelmshaven, wo Högel unter anderem ausgebildet wurde, hat die Polizei bisher keine Hinweise auf Straftaten gefunden.

Marco Seng Redakteur / Reportage-Redaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2008
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.