Ganderkesee/Damnatz - Eigentlich wollten die Freiwilligen Feuerwehren in der Samtgemeinde Elbtalaue (Landkreis Lüchow-Dannenberg) an diesem Wochenende ihren Samtgemeinde-Feuerwehrtag begehen. Das Hochwasser der Elbe machte den Kameraden einen Strich durch die Rechnung. Gemeinsam mit vielen Freiwilligen sind die Wehren dabei, den Deich zu sichern. Unterstützt werden sie dabei von 138 Feuerwehrleuten aus dem Landkreis Oldenburg.
Am ersten Tag waren die heimischen Feuerwehrleute bis kurz nach 22 Uhr auf dem Deich im Ortsteil Damnatz im Einsatz, berichtet Klaus Stolle, Leiter der Kreiseinsatzbereitschaft. Geschlafen wurde auf Feldbetten in der Sporthalle des Gymnasiums Lüchow. „Donnerstag waren wir um 8.30 Uhr schon wieder vor Ort.“ Auf einer Länge von gut 25 Kilometern – etwa zwischen den Ortschaften Neu-Darchau und Schnackenburg – muss die Deichkrone um gut 50 Zentimeter erhöht werden. Freiwillige füllen in Kiesgruben gut 1,2 Millionen Sandsäcke ab. Der Pendelverkehr in Richtung Deich läuft problemlos, weiß Stolle. Insgesamt seien im Landkreis Lüchow-Dannenberg mehr als 1900 Kräfte im Einsatz.
Die Temperaturen machen den freiwilligen Helfern aber zu schaffen. „Hier sind gefühlt 25 Grad“, sagt der erfahrene Feuerwehrmann aus Huntlosen. Die Gesundheit der Feuerwehrleute haben auch Rettungsassistent Torsten Dallmeyer (32) und Rettungssanitäterin Ramona Oltmann (24) von den Johannitern aus Ahlhorn im Blick. „Gerade bei der Sonne achten wir darauf, dass die Feuerwehrleute genug trinken“, so Dallmeyer. Regelmäßig werde gewechselt. „Wir wollen einen Erschöpfungszustand der Leute vermeiden.“ Bisher seien noch alle Kräfte aus dem Landkreis fit. Bei Notfällen müssten die Johanniter das Krankenhaus in Dannenberg anfahren.
In unmittelbarer Nachbarschaft der Helfer aus dem Landkreis Oldenburg stapeln Bundeswehrsoldaten aus Munster Sandsäcke. „Das geht hier alles sehr kameradschaftlich zu“, berichten Dallmeyer und Feuerwehrmann Stolle unisono. Vor allem die Solidarität der Einwohner von Elbtalaue sei imponierend. Sie stellten Toiletten und Getränke zur Verfügung. An manchen Teilabschnitten werden Tag und Nacht Sandsäcke gepackt. „Die Stimmung ist gut“, meint Stolle. Für die Verpflegung der Feuerwehrleute aus dem Kreis Oldenburg sorgen sechs Freiwillige des DRK-Einsatzzuges aus Hude.
Derweil korrigierten die Behörden vor Ort ihre Angaben über die Höchststände der anrollenden Flutwelle. An einzelnen Orten werde der Höchststand vermutlich erst Mitte nächster Woche erreicht werden. Läuft alles nach Plan, werden die Kräfte aus dem Landkreis am Wochenende auf dem Hof der FTZ in Ganderkesee zurückerwartet.
