Ahlhorn - Die Niedersächsischen Landesforsten wollen mit dem flächendeckenden Aufstellen von Notfall-Treffpunktschildern die schnelle Hilfeleistung bei Unfällen im Wald verbessern. An mehr als 2000 Notfalltreffpunkten im Landeswald werden dafür rot-weiße Schilder angebracht. Allein das Forstamt Ahlhorn stellt gut 100 solcher Notfall-Treffpunktschilder auf.

Auf den Schildern steht eine individuelle Bezeichnung aus der Buchstabenkombination des zuständigen Landkreises und einer Nummerierung des Punktes. Um eine schnelle Rettung zu garantieren, können bei einem Notfall so Landesforsten-Mitarbeiter oder Waldbesucher den Einsatzkräften über die Notrufnummer „112“ den Treffpunkt exakt benennen. Den zuständigen Rettungsleitstellen steht ausführliches Kartenmaterial in Papier- und digitaler Form zur Verfügung, was ein zügiges Anfahren des Notfall-Treffpunktes durch Notarzt und Rettungsfahrzeug und von dort ein Weiterführen durch den Anrufer zum Unfallopfer ermöglicht.

„Mit der Aufstellung von 105 Notfall-Treffpunktschildern optimieren wir die schnelle Hilfeleistung bei Unfällen im Landeswald“, erklärt Ulrich Zeigermann, stellvertretender Forstamtsleiter in Ahlhorn. „Bei einem Unglück zählt jede Sekunde, deshalb führen wir auch regelmäßig Rettungsübungen mit Leitstellen und Einsatzkräften durch, um die Rettungskette stetig zu verbessern.“

Das System der Notfallrettungspunkte wurde ursprünglich für den Forstbetrieb entwickelt: Verunglückt ein Forstarbeiter bei der nicht ungefährlichen Arbeit im Wald, so ist es für den Rettungsdienst fast unmöglich, auf Anhieb den Unfallort zu finden. Daher gilt bei den Landesforsten der Grundsatz: Gefährliche Arbeiten werden stets von mindestens drei Personen ausgeführt. Wenn einer von ihnen einen Unfall erleidet, leistet ein Zweiter Erste Hilfe, der Dritte informiert den Rettungsdienst und trifft sich mit den Sanitätern am nächstgelegenen Rettungspunkt, um von da an den Unfallort zu lotsen. So werden unnötige Suchfahrten im Wald vermieden. Dieses Notfalltreffpunktsystem hat sich aus Sicht von Rainer Städing, Regionaler Pressesprecher Niedersachsen-West der Landesforsten, bereits bei verschiedenen Arbeitsunfällen in den Landesforsten bewährt.

Das Forstamt Ahlhorn betreut mit acht Förstereien fast 15 000 Hektar Landeswald zwischen Syke und Friesoythe.