Altenoythe - Es war der 11. Dezember 1956. Die damalige Gemeindeverwaltung Altenoythe hatte in die Gaststätte Brand eingeladen und es gab Wichtiges zu besprechen. Eine Feuerwehr sollte Altenoythe wieder zur Verfügung stehen, nachdem im April 1945 alles verloren war, was sich die erste Feuerwehr seit 1912 aufgebaut hatte.
Ein Neuanfang musste her, darüber war sich der Gemeinderat schon mit einem gemeinsamen Beschluss im Jahr 1950 einig, doch die Möglichkeiten so kurz nach dem Krieg waren bescheiden. An jenem 11. Dezember aber nahmen 23 Männer aus Altenoythe die Sache in die Hand und schrieben das erste Kapitel der Feuerwehrgeschichte Altenoythe. Einer von ihnen war Theo Bauken. Der heute 76-jährige erinnert sich noch bestens an die Anfänge. „Gerade einmal 16 Jahre alt war ich“, erzählt Bauken, der seine Begeisterung für den Feuerwehrdienst nie verloren hat. „Wenn die Sirene heulte, ging die Post ab“, sagt er lachend. „Mein Fahrrad stand ständig parat, um ganz sicher als Erster am Feuerwehrhaus einzutreffen. Dann rein in den Opel Blitz, auf die Kameraden warten und weg waren wir.“
Der besagte Blitz war damals alles, was die Blauröcke in Altenoythe hatten. Ein Löschgruppenfahrzeug mit Vorbaupumpe, ein paar Schläuche und wenig technisches Gerät. „Nicht im Entferntesten mit dem zu vergleichen, was heute hier in den Garagen steht“, sagt Bauken, beeindruckt von den hochmodernen Löschfahrzeugen. Zehn, vielleicht 15 Mal rückten die Kameraden aus Altenoythe zu Bränden im Jahr aus. „Meistens waren das Schornsteinbrände, ab und zu mal ein Gebäudebrand“, so Bauken, aber auch Großbrände hat der Hauptfeuerwehrmann a. D. bekämpft. „Mehrere Tage haben wir ein Feuer bei der Koksfabrik in Elisabethfehn gelöscht, 1971 war das. Die Rauchsäule soll man bis nach Holland gesehen haben, mein Gott, hat das gequalmt.“
Von Schutzausrüstung und Atemschutz konnten die Männer damals nur träumen. „Erst sind wir mit dem ausgerückt, was wir am Leibe trugen, später gab es gewöhnliche Blaumänner. Atemschutz, feuerfeste Kleidung, Funkgeräte – all das kam viel, viel später.“
Für moderne Löschtechnik interessiert Bauken sich brennend. Entsprechend freut sich der Mitbegründer der Altenoyther Feuerwehr auch auf den Kreisfeuerwehrtag am Sonnabend und Sonntag,30. und 31. Juli. „Das ist doch Ehrensache, seine Kameraden zu besuchen und zu fachsimpeln.“ Und die aktiven Kameraden freuen sich über den Besuch der Ehemaligen, sogar ein eigener Ehrenwagen wird eingesetzt, damit allen der Umzug am Sonntag durch den Ort möglich sein wird. „Die Altersabteilung der Feuerwehr Altenoythe wird gut vertreten sein“, da ist sich Bauken sicher.
