WESTERHOLTSFELDE - Was tun, wenn eine noch unbekannte, wahrscheinlich gefährliche Flüssigkeit aus einem leck geschlagenen Tank ausläuft? Genau das übten am Montagabend die Wehren aus Wiefelstede, Rastede, Aschhausen, Elmendorf und Neuenkruge-Borbeck auf dem Gelände der Edeka in Westerholtsfelde – bei der dritten Gefahrgutübung im Ammerland in diesem Jahr.

Und ob Ernstfall oder Übung: Zwei Feuerwehreinheiten im Ammerland müssen dann garantiert immer ausrücken: Aschhausen und Elmendorf. Denn Aschhausen stellt die Dekontaminationsausrüstung und Elmendorf die technische Ausrüstung für solche Unfälle. Auch sie sind Teil des Gefahrgutzuges Ammerland, dem aus jeder der sechs Ammerlandgemeinden eine Gefahrgutgruppe zugeordnet ist. Die wiederum verfügen über jeweils vier ABC-Schutzanzüge – und die Leute, die sich in ihnen einer Unfallstelle nähern müssen. Wie am Montagabend, als um etwa 19.24 Uhr alarmiert worden war. Wie die Wehren herausfanden, war Propionylchlorid ausgelaufen – eine leicht entzündliche und ätzende Flüssigkeit. 68 Feuerwehrleute, die in 15 Fahrzeugen beim Unfallort eingetroffen waren, probten das Zusammenspiel bei der Sicherung des Unfallortes sowie der Bestimmung und Sicherung des Gefahrgutes.

Die Einsatzleitung hatten Ortsbrandmeister Gerriet Meyer von der Wehr Neuenkruge-Borbeck, die als für Westerholtsfelde zuständige Wehr die Absicherung und die Wasserversorgung übernahm sowie der stellvertretende Gefahrgutzugführer Carsten Steenblock aus Torsholt. Vor Ort waren auch Kreisbrandmeister Johann Westendorf, Wiefelstedes Gemeindebrandmeister Heiko Bruns und Bürgermeister Helmut Völkers.

Die Wehren setzten bei dieser Übung Schaum ein, um ein Entzünden der auslaufenden Flüssigkeit zu verhindern – und die in Schutzanzügen arbeitenden Feuerwehrleute mussten nach dem Einsatz am Unfallort in der eigens aufgebauten Schleuse „dekontaminiert“ werden. „Die Feuerwehrmänner in den Schutzanzügen“ – so machte auch Wiefelstedes stellvertretender Ortsbrandmeister Wilfried Klever an diesem Abend deutlich – „haben in einer solchen Situation eindeutig den härtesten Job – auch bei einer Übung.“