WILDESHAUSEN/AHLHORN - Der blaue Kleinwagen mit den verdächtigen Vietnamesen wurde am Huntetor gestoppt. Passanten war die Brisanz des Falls nicht bewusst.
Von Stefan Idel
WILDESHAUSEN/AHLHORN - „So etwas hat es hier in Wildeshausen seit langer Zeit nicht gegeben“, sagt Günter König-Kruse, Leiter des Polizei-Kommissariats Wildeshausen. Er spielte an auf die spektakuläre Festnahme von zwei Vietnamesen am Huntetor, im Herzen der Kreisstadt. Die beiden Männer im Alter von 29 und 31 Jahren stehen unter dem dringenden Verdacht, in den siebenfachen Mord in einem China-Restaurant in Sittensen verwickelt zu sein. Bei einer Routinekontrolle hatten Beamte des Autobahn-Polizeikommissariats Ahlhorn den blauen Leihwagen mit den Vietnamesen gestoppt und auf dem Parkplatz vor der Gaststätte Wolters überprüft. Zum Verlauf der Aktion äußerte sich König-Kruse ebenso wenig wie sein Kollege Georg Hettwer, Chef der Autobahnpolizei Ahlhorn. „Wegen der besonderen Bedeutung der Tat hat das Landeskriminalamt die Ermittlungen an sich gezogen“, heißt es unisono.Doch spätestens, seit die Rotenburger Kriminaloberrätin Petra Guderian bei der im Fernsehen live übertragenen Pressekonferenz den Namen Wildeshausen erwähnt, steht die Kreisstadt im Blickpunkt. Auf dem Polizeikommissariat klingeln ständig die Telefone.
„Uns hat Kommissar Zufall geholfen“, bemerkt Hettwer. Zugleich lobt er seine Beamten. Bei der Überprüfung des verdächtigen Fahrzeugs haben sie „vorbildlich“ die vielen Puzzleteile, die offenkundig zu dem Fall Sittensen gehören, erkannt. „Das ist wie ein Sechser im Lotto“, fügt der Chef der Autobahnpolizei hinzu. Zugleich verrät er: Auch Ministerpräsident Christian Wulff lasse sich ständig auf dem Laufenden halten. – Am Dienstagmorgen erlässt ein Richter am Wildeshauser Amtsgericht Haftbefehle gegen die beiden Tatverdächtigen. „Das hatte für uns keinesfalls etwas Sensationelles“, meint Amtsgerichtsleiter Dr. Detlev Lauhöfer. Details nennt er nicht.
Von der spektakulären Festnahme auf dem Parkplatz gegenüber der Gaststätte Wolters bekommen nur wenige Passanten etwas mit. „Das habe ich nicht gewusst“, sagt Wirtin Barbara Wolters. Und Axel Bronnenkant, Inhaber der benachbarten Tankstelle, meint: „Das ist ja ein Ding. Gesehen habe ich die Festnahme nicht.“ Karl-Heinz Janzen, Leiter der Rewe-Filiale, hat nach eigenen Angaben Blaulicht bemerkt. „Aber ich habe hier im Laden genug zu zu tun. Da haben wir nicht weiter darauf geachtet“. Gesprächsthema bleibt der Vorfall in Wildeshausen allemal.
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