WILDESHAUSEN - Auch 30 Jahre danach ist die Erinnerung noch frisch an den Einsatz des Jahrhunderts: Vom späten Abend des 13. Februar 1979 bis zum Mittag des 19. Februar 1979 versanken große Teile des Landkreises Oldenburg und der umliegenden Gemeinden und Landkreise unter dem Schnee.
Schnee verbreitete Chaos
Wenn sich Georg Bredehorn, mittlerweile 80 Jahre alt und im Ruhestand, an seine aktive Zeit als Leiter des Odnungsamtes des Landkres Oldenburg erinnert, sind damit unweigerlich auch die Bilder aus dem Februar 1979 verbunden.
„Ich spreche eigentlich nicht von einer Katastrophe, vielmehr vom Schneechaos“, leitet der Kreisoberrat a.D. ein. Eine Katastrophe sei räumlich begrenzt und meist mit tragischen Opfern verbunden. „Wir hatten nur den eigentlich für sich ungefährlichen Schnee“, meint er. Natürlich hätten Menschen zu Schaden kommen können, aber dank einer unkomplizierten Einsatzleitung, verständnisvollen Bürgern und natürlich dank der vielen, vielen ungenannten ehrenamtlichen Helfer von der Feuerwehr, des Technischen Hilfsdienstes (THW), der Gemeinde, des Landkreises und zahlreicher, kleiner Organisationen sei die Situation nie wirklich gefährlich geworden.
„Am 14. Februar waren wir, die Einsatzleitung des Katastrophenstabs, um 5 Uhr morgens im Kreishaus versammelt“, erinnert sich Bredehorn.
Katastrophenalarm
Bereits eine Stunde zuvor hatten Landkreis und Bezirksregierung um die Stabseinberufung gebeten. Gegen 9.35 Uhr, die Meldungen über unpassierbare Bundes-, Landes- und Kreisstraßen häuften sich bereits, habe man ein absolutes Fahrverbot verhängt, so Bredehorn weiter. Besonders die Großräume um Hude, Bookholzberg, Ganderkesee, Harptstedt sowie Wildeshausen und Delmenhorst waren betroffen. „Die Räumfahrzeuge mussten ihre Arbeit verrichten und die Gefahr, dort im Schnee stecken zu bleiben, war zu groß.“
Bus und Zug vermisst
Tatsächlich erinnert sich Bredehorn an einen vermissten Zug, der trotz Fräse nicht abgeschleppt werden konnte, und einen verschwundenen Bus, der auf der Fahrt von Oldenburg über Bookholzberg nach Ganderkesee fahren sollte. „Erst nach Stunden konnte der Bus gefunden und die Passagiere vom THW geborgen werden“. Ausnahmen vom Fahrverbot wurden nur noch für dringende Krankentransporte, große Futtermittellieferungen für eingestallte Tiere und gravierende, persönliche Belange, etwa Sterbefälle, gewährt.
„Wirkliche Engpässe, etwa bei Nahrung oder Medikamenten bestanden bei dem kurzen Zeitraum aber nicht“, sagt der Rentner. Am 18. Februar wurde gegen 14 Uhr eine Besserung der Verhältnisse festgetellt und am 19. Februar gegen 18 Uhr der Katastrophenalarm und das Fahrverbot aufgehoben. „Wir haben wirklich alle unser Bestes für das Wohl der Allgemeinheit gegeben“, fasst Bredehorn 30 Jahre danach zusammen. Diese Leistung sei „kein Schnee von gestern“.
