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Feuerwehr Mehr Motorsägen und Pumpen benötigt

Wildeshausen - Sturm und Starkregen haben die Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr Wildeshausen massiv in die Höhe schnellen lassen. Insgesamt rückten die Kameraden im Vorjahr zu 265 Einsätzen aus, wie Ortsbrandmeister Hermann Cordes bei der Jahreshauptversammlung am Samstagabend mitteilte. 2016 waren 133 Einsätze gezählt worden. Unter den 265 Einsätzen waren 90 Brände, darunter fünf Großbrände, sowie 93 Hilfeleistungen bei Sturmschäden und 41 aufgrund von Wasserschäden.

Kein normales Jahr

2017 sei kein gewöhnliches Jahr gewesen, erklärte Bürgermeister Jens Kuraschinski. „Die Grenze der Belastung ist erreicht.“ Wie schon tags zuvor in Düngstrup kündigte er die Beschaffung zusätzlicher Technik – etwa Motorsägen und Pumpen – an, um auf die Folgen der Wetterereignisse effektiver reagieren zu können. Auch in Sachen Ausbildung müsse man reagieren.

Conrad Kramer schenkt Feuerwehr eine alte Zugschiebeleiter

Eine Überraschung hatte Ehrenstadtbrandmeister Conrad Kramer (78) bei der Jahreshauptversammlung parat: Er schenkte der Wehr eine alte Zugschiebeleiter, die von 1945 bis 1953 auf dem Fahrzeug LF 15 im Bereitschaftsraum der Feuerwehr Wildeshausen im Einsatz war.

Hersteller der Leiter war die Firma Paul Hasenbach aus Camberg-Nassau. Als Patent wurde sie als „Deutsches Reichsgebrauchsmuster Nr. 145 26 32“ im Jahr 1938 angemeldet. Die Firmal Hasenbach existiert heute noch unter dem Namen „Haco Steigetechnik“ hat Kramer recherchiert. Der Ehrenstadtbrandmeister hat die Leiter 1967 vor der Vernichtung bewahrt, sie daheim untergestellt und später aufwendig saniert. „Nun ist der Zeitpunkt gekommen, dass ich sie nach gründlicher Überholung als Erinnerungsstück an die Freiwillige Feuerwehr Wildeshausen zurückgebe“, sagte Kramer. Ortsbrandmeister Hermann Cordes bedankte sich im Namen der Feuerwehr.

Es war die erste Jahreshauptversammlung im neuen Feuerwehrhaus. Neben 64 wahlberechtigten Mitgliedern nahmen als Ehrengäste Kuraschinski, Kreisbrandmeister Andreas Tangemann, Stadtbrandmeister Helmut Müller und Altbürgermeister Manfred Rollié teil. Der Einsatzabteilung der Wehr gehören 90 Kameradinnen und Kameraden an. Neu aufgenommen wurden im vergangenen Jahr acht. Seit Jahresbeginn sind Adrian Brünger, Maik Ehmann und Sebastian Henke neu dabei. In der Altersabteilung sind 17 Kameraden. Die Jugendfeuerwehr zählt 24 Mitglieder. Diese leisteten im Vorjahr 5844 Stunden.

Vier Gruppenführer

Insgesamt kamen die Mitglieder der Feuerwehr auf 28 213 Stunden (2016: 13 313), davon 3149 Einsatzstunden. Lege man Kosten von 56 Euro pro Stunde zugrunde, käme eine Arbeitsleistung im Wert von 1,58 Millionen Euro zusammen, rechnete Cordes vor. Das Durchschnittsalter der aktiven Mitglieder liegt bei 34,06 Jahren (2016: 34,85). Die Durchschnittsstundenzahl beträgt 248,54 Stunden (2016: 191,60). Derzeit hat die Feuerwehr 45 Atemschutzgeräteträger; weitere sechs befinden sich derzeit in der Ausbildung. Für den Einsatz im Chemikalienschutzanzug stehen 26 Kameradinnen und Kameraden zur Verfügung.

Gewählt wurde auch bei der Versammlung am Samstag. Gruppenführer sind:  1. Gruppe: Jens Hogeback, Stellvertreter: Daniel Müller I,  2. Gruppe: Frederik Kazuch (vorher: Thorsten Wawrzinek), Stellvertreter Markus Gramberg (für Sven Cordes),  3. Gruppe: Werner Schunk, Stellvertreter: Oliver Rosemeier,  4. Gruppe: Torsten Pooch, Stellvertreterin: Nina Hohendahl.

Timo Poppe wurde in seinem Amt als Funkwart bestätigt; Stellvertreter ist Daniel Müller I. Atemschutzwart bleibt Ralf Kempermann, sein Stellvertreter heißt Daniel Müller II. Sascha Rehders bleibt Kleiderwart und Torsten Breßler Sicherheitsbeauftragter. Zum neuen Schriftwart wurde Marco Hoffschneider gewählt. Er folgt Swantje Cordes. Sie gab auch das Amt als Pressewart ab. Gewählt wurde Daniel Engels.

Wahlen im März

In seiner Rede ging Cordes auch auf den Umzug ins neue Feuerwehrhaus sowie auf die Beschaffung der neuen Drehleiter ein. Er würdigte die hohe Einsatzbereitschaft aller Kameradinnen und Kameraden und entschuldigte sich, falls er zum falschen Zeitpunkt einmal die falschen Worte gewählt haben sollte.

Im März muss die Feuerwehr bei einer (internen) Sitzung erneut wählen. Dann wird der Ortsbrandmeister bestimmt. Neben Amtsinhaber Hermann Cordes stellen sich sein Stellvertreter Conrad Kramer jun. und Zugführer Lutz Ertelt zur Wahl.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent
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