WILDESHAUSEN - Seit 25 Tagen ist der 40-jährige Bremer ununterbrochen mit seinem Lastwagen auf Deutschlands Autobahnen unterwegs. Maximal vier Stunden Schlaf gönnt er sich am Tag. Seine Lieferung soll schließlich schnell ans Ziel kommen.
Am Donnerstag jedoch endet seine Dauertour: Auf der A1 Richtung Bremen gerät er in die Großkontrolle der Polizeidirektion Oldenburg. Seinen Lastwagen muss er auf der Raststätte Wildeshausen-Süd parken. Eine tickende Zeitbombe, kritisiert Polizeivizepräsident Dieter Buskohl die nicht eingehaltenen Ruhezeiten.
Von 8.30 bis 15 Uhr sind 110 Polizisten im Einsatz die meisten hier auf der Hauptkontrollstelle, einige fahren mit dem Streifenwagen auf den angrenzenden Bundesstraßen.
Im Laufe des Tages überprüfen die Beamten 243 Schwerlaster und Kleintransporter: Hält der Fahrer die vorgeschriebenen Ruhezeiten ein? Ist die Ladung ausreichend gesichert? Hat das Fahrzeug technische Mängel? Ergebnis der Kontrolle: 63 Prozent der Fahrzeuge werden beanstandet. Fahrverbote wegen schwerwiegender Mängel muss die Polizei in 36 Fällen aussprechen darunter der Bremer Dauerfahrer.
Ebenfalls stehen lassen muss ein Litauer seinen Gefahrguttransporter. Zwar sei die 20 Tonnen umweltgefährdende Ladung ausreichend gesichert, aber irgendetwas stimmt mit der Beförderungs-Berechtigung nicht, meint Polizeibeamtin Jette Wiechmann und nimmt Kontakt mit den litauischen Behörden auf.
Damit sind wir jetzt mehrere Stunden beschäftigt. Am Ende steht fest: Die Urkunde ist gefälscht. Außerdem entdecken Wiechmanns Kollegen Rost auf den Bremsen des Sattelzuges, auf der rechten Seite sind sie gänzlich ohne Wirkung. Die hohe Beanstandungsquote zeigt, wie notwendig diese Kontrollen sind, erklärt Buskohl. Schließlich führen Unfälle mit Lastwagen häufig zu schweren Personen- und hohen Sachschäden.
Die Überprüfung eines britischen Transporters bleibt hingegen ohne Folgen: Minutenlang durchsucht der Zoll, der mit 40 Mann ebenfalls vor Ort ist, den Wagen. Doch auch der Spürhund findet die vermuteten Drogen nicht.
