Wildeshausen - Stopp für Kraftfahrzeuge von mehr als 3,5 Tonnen im Herzen von Wildeshausen: Thomas Reinking und Sven Schmidt vom städtischen Bauhof schraubten am Freitag an der Delmenhorster Straße das erste von insgesamt 104 Schildern an. Fahrer aus allen vier Himmelsrichtungen werden künftig auf die neuen Verkehrsbedingungen hingewiesen.

DurchgehendTempo 30 in derWittekindstraße

Einstimmig hatte der Rat in seiner Sitzung am 21. Dezember 2017 beschlossen, ein vollständiges Fahrverbot für Kraftfahrzeuge über 3,5 Tonnen (einschließlich Busse) aus nördlicher Richtung ab Wittekindstraße in Verbindung mit einer optimierten Beschilderung und ausreichender Vorankündigung umzusetzen. Aus südlicher Richtung gilt das Fahrverbot ab Pestruper Straße. Nur der Lieferverkehr ist frei.

Die zulässige Höchstgeschwindigkeit für die Kaiserstraße, die Wittekindstraße und Zwischenbrücken liegt bei 30km/h.

Motorräder sind in der Kaiser- und Wittekindstraße weiterhin uneingeschränkt zuzulassen.

Die Pflanzbeete in der Kaiserstraße sollen nicht entfernt werden.

Radverkehr auf der Nebenanlage der Kaiser- und Wittekindstraße wird weiterhin zugelassen.

Die Thematik soll ein Jahr nach der Umsetzung erneut den Gremien vorgelegt werden, so der Rat.

Nach massiven Protesten von Anliegern der Kaiser- und der Wittekindstraße hatte der Stadtrat am 21. Dezember des Vorjahres Einschränkungen für schwere Fahrzeuge im Innenstadtbereich beschlossen (siehe Kasten). Wenn alle Schilder stehen, ist es nicht mehr zulässig, mit Kraftfahrzeugen über 3,5 Tonnen aus Richtung Huntestraße in die Wittekindstraße einzufahren. Auch beim Verlassen der Grundstücke dürfen die Fahrzeuge die Kaiser- und Wittekindstraße nicht in Richtung Süden befahren. Fahrzeuge, die Grundstücke an der Kaiser- und Wittekindstraße beliefern müssen, erreichen diese ausschließlich über die Pestruper Straße und dürfen die Kunden nicht in Richtung Huntestraße verlassen, erklärte Stadtsprecher Hans Ufferfilge. Alle Gewerbetreibenden, die mit Lieferverkehr über die Kaiser- und die Wittekindstraße rechnen, seien von der Stadt angeschrieben worden.

Die 104 Schilder werden an 37 Positionen in der Stadt installiert. Die Stadt geht von Materialkosten in Höhe von 5300 Euro aus. Eine endgültige Abrechnung liege noch nicht vor. Die Installation der Schilder werde noch mindestens eine Woche in Anspruch nehmen, hieß es.

Die Bürgerinitiative Kaiser- und Wittekindstraße hatte mehr als 150 Anzeigen gegen Spediteure und Landwirte erstattet, die verbotswidrig über die Kaiser- und Wittekindstraße gefahren sind. Wie künftig gegen Falschfahrer vorgegangen wird, ließ Ufferfilge offen. Der „fließende Verkehr“ sei zuerst Sache der Polizei. Der Stadtsprecher riet, eine Eingewöhnungsphase abzuwarten. Dann aber werde verstärkt kontrolliert, Vergehen würden entsprechend geahndet.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent