Wildeshausen - Um 16.07 Uhr am Sonntag heulten die Sirenen auf. Wenige Sekunden später fuhren mehrere Einsatzwagen heran. Garagenbrand – alles musste schnell gehen. Die Person, die das Feuer löschen wollte, hat es nur noch mehr angefacht. Bei der Person handelte es sich um Wildeshausens Bürgermeister Jens Kuraschinski – und bei dem Brand um eine Übung. Die Vorstellung war Teil des Tags der offenen Tür der Freiwilligen Feuerwehr Wildeshausen.
Am Samstag und Sonntag standen die Tore der Feuerwehrwache im Krandel für Besucher offen. Das benachbarte Fitness- und Wellnesszentrum Auszeit beteiligte sich am Sonntag ebenfalls an dem Aktionstag.
„Feuer und Flamme“
Der Garagenbrand – die Garage war ein Gestell aus Holz und Pappe – war schnell gelöscht. Allerdings kam es zwischenzeitlich zu einer gespielten Gasexplosion. Die Kameraden mussten schnell reagieren. Feuerwehr-Pressesprecher Daniel Engels erklärte den Zuschauern, was genau passierte. Die Übungsvorführung zog zahlreiche Besucher an. So, wie die übrigen Aktionen an dem Sonntag. „Ich bin überwältigt – das zeigt, dass die Wildeshauser die Arbeit der Feuerwehr zu schätzen wissen“, sagte Kuraschinski. Engels pflichtete ihm bei und lobte: „Bei der Übung sagte Herr Kuraschinski sofort, dass er dabei sein möchte. Er war Feuer und Flamme.“
Der Tag der offenen Tür bot noch mehr: Unter anderem eine Ausstellung mit Oldtimer-Löschfahrzeugen, die vor gut 60 Jahren eingesetzt worden sind. Besucher Markus Luitjens war die Faszination anzumerken. „Es ist mit viel Liebe zurecht gemacht. Stücke aus der alten Zeit, die ich noch nie gesehen habe“, staunte der Dötlinger.
In der „Auszeit“ informierten sich Besucher über die Angebote und testeten Fitnessgeräte. Bei den jüngsten Besuchern waren besonders die Fahrräder und Crosstrainer beliebt. „Das Angebot wird sehr gut angenommen, es gibt viele Interessenten aus Wildeshausen und umzu“, sagte Ann-Christin Garner-Böse, Assistenz der „Auszeit“-Geschäftsführung. Viele Fragen würden gestellt, freute sie sich. Am Nachmittag kamen noch einmal mehr Besucher hinzu. Während das Personal zwischen Sauna- und Fitnessräumen Fragen beantwortete, ging das Programm draußen unter anderem mit einer Gondelfahrt für Besucher, ausgestellten Fahrzeugen der Bundeswehr und einem Stand der Malteser weiter. Die Versteigerung eines von allen Werder Bremen-Fußballern unterzeichneten Trikots gab es auch – für 560 Euro ging es an Timo Poppe. Das Geld kommt der Jugendfeuerwehr zugute, die an diesem Tag Spiele und Löschübungen für Kinder anbot.
Die aktuellen Einsatzfahrzeuge waren direkt vor der Feuerwehrhalle zu bestaunen. Das Publikum sei dabei vom Alter her gemischt, erzählte Feuerwehrkameradin Maike Kupner. „Von Klein bis 60, 70 plus.“ Besonders zur Technik würden viele Fragen gestellt. Mit der Resonanz zeigten sie und Kameradin Nina Hohendahl sich zufrieden. „Gestern hätte etwas mehr los sein können“, ergänzte Hohendahl.
Dies könnte dem Wetter geschuldet sein – Hitzewallungen und Temperaturen von zeitweise über 30 Grad gab es am Samstagnachmittag. Den Auftakt der Feierlichkeiten bildete ein Feuerwehrkorso mit den modernen Einsatzfahrzeugen der Wildeshauser Wehr und umliegenden Feuerwehr durch die Innenstadt. Über die Heemstraße, Huntetor und Westertor fuhr der Konvoi wieder in Richtung Feuerwehrhaus. Schaulustige fanden sich dazu nur wenige ein.
Kurzweil, schweißtreibende sportliche Betätigung, vor allem aber Gaudi versprach der Spaß-Wettkampf. Am Abend standen schließlich die Gewinner fest.
Pokale für die Teams
Auf Platz eins schaffte es das Feuerwehrteam aus Colnrade, gefolgt von Beckeln auf Platz zwei. Das Siegertreppchen komplett machte das Team der Freiwilligen Feuerwehr Neerstedt. Alle drei Mannschaften erhielten zur Erinnerung von Stadtbrandmeister Helmut Müller jeweils einen kleinen Pokal, Sekt und Süßes für den Gaumen.
Am Abend wurde noch kräftig gefeiert und angestoßen – ein weiteres Mal Grund zum Anstoßen hatten die Wildeshauser Feuerwehrkameraden am Sonntagabend nach zwei gelungenen Tagen.
