WILDESHAUSEN - Kinder haben im Dachgeschoss eines leeren Unterkunftsgebäudes der ehemaligen Wittekindkaserne gezündelt. Schnell gerät das Feuer außer Kontrolle und greift auf den Dachstuhl über. Nachbarn sehen die Flammen und informieren über den Notruf 112 die Rettungskräfte. So lautete das Szenario einer Übung der Freiwilligen Feuerwehr Wildeshausen am Mittwochabend.

Das „Drehbuch“ hatte Zugführer Lutz Ertelt verfasst. Im Rahmen ihres regelmäßigen Übungsdienstes rücken 38 Kameraden mit sämtlichen Fahrzeugen der Wildeshauser Wehr aus. Vor Ort hat der stellvertretende Ortsbrandmeister Hermann Cordes die Einsatzleitung. Unterstützung erhält er von den Zugführern Ertelt und Jörg Kramer. Auch die Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) des Malteser Hilfsdienstes (MHD) Wildeshausen, insgesamt 24 Ehrenamtliche mit Roman Kaminski an der Spitze, werden alarmiert.

Als die Feuerwehr eintrifft, sind im Dachstuhl – laut „Drehbuch“ nur kleinere offene Flammen zu erkennen. Allerdings sind das Dachgeschoss und der Außenbereich stark verqualmt. Strahlrohre kommen zum Einsatz. Mehrere Trupps unter schwerem Atemschutz kämpfen sich im Obergeschoss durch den dichten Rauch, gesichert mit einer Leine. Von den zündelnden Kindern fehlt jede Spur.

Offizielle Beobachter des Einsatzes sind Stadtatemschutzwart Andreas Schreiber und Stadtjugendwart Jens Hogeback. Auch Stadtbrandmeister Jürgen Koch und Ortsbrandmeister Helmut Müller verschaffen sich einen Eindruck vom Ablauf der Übung. Plötzlich tippt Hogeback einen Kameraden auf die Schulter: „Du bist es.“

Gemäß Regieanweisung fällt einer der Pressluft-Atemschutzträger (PA), Daniel Müller 1, in Ohnmacht. Sofort benachrichtigen die Kameraden die Einsatzleitung und holen Hilfe. Weitere Feuerwehrleute kämpfen sich im Qualm zum Unfallort vor. Inzwischen piept der so genannte Totmannwarner. Mit Hilfe eines roten Bergetuches bringen die Feuerwehrleute ihren Kameraden aus dem völlig verqualmten Gebäude. Durch das Treppenhaus unter schwerem Atemschutz ist das eine kräfteraubende Angelegenheit. Draußen übergeben die Feuerwehrleute schließlich den „Verletzten“ an die SEG der Malteser. Das Gebäude wird entlüftet.

Schreiber und Hogeback haken bei ihrer Auswertung eine lange Liste ab – von der Leinensicherung im Gebäude bis zum Absetzen des Mayday-Rufs bei der Rettung des PA-Trägers sind zahlreiche Punkte auszuwerten. Am Ende zeigt sich die Feuerwehrführung zufrieden: „Wir haben das Übungsziel erreicht“, spricht Hermann Cordes wohl für viele. Im Herbst stehe eine weitere Großübung an.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent