WILDESHAUSEN - Kurz vor 19 Uhr traf der Notruf ein: „Ein Pkw hat hier auf dem Marschweg in Wildeshausen Fußgänger umgefahren, alle sind verletzt!“ Danach reißt die Verbindung ab. Die „Leitstelle Hunte“ alarmiert die Rettungswache Wildeshausen. Als zwei Rettungswagen der Malteser vor Ort eintreffen, ist die Situation weitaus komplizierter: Ein Auto hat drei Fußgänger erfasst und ist im Anschluss mit einem entgegenkommenden Fahrzeug kollidiert. Insgesamt zehn Fahrzeuginsassen sind eingeklemmt. Zwei Patienten müssen reanimiert werden.
Der schwere Unfall am Dienstagabend entpuppte sich als Großübung von Feuerwehr und Rettungsdiensten. Eigentlich war den Feuerwehrleuten eine Löschübung angekündigt worden. Um 19.03 Uhr wurden sie von den „Piepern“ aufgeschreckt. „Personen von Pkw angefahren“, wurde mitgeteilt. Unter der Einsatzleitung des stellvertretenden Ortsbrandmeisters Hermann Cordes fuhren 35 Mann in sieben Fahrzeugen zur Einsatzstelle.
Vor Ort bot sich ein „Bild des Schreckens“: Die Pkw waren völlig zerstört. Die angefahrenen Fußgänger lagen schreiend auf dem Marschweg. Auch aus den Autos kamen Hilfe-Rufe. Dargestellt wurden die „Unfallopfer“ von fünf Mitgliedern der DRLG-Ortsgruppe Wildeshausen. Auch Freiwillige der Feuerwehren Brettorf und Huntlosen, darunter Gemeindeatemschutzwart Rainer Hesselmann (40), machten mit.
Mit schwerem Gerät befreite die Feuerwehr die „Verletzten“ aus den Fahrzeugen. Sie halfen mit bei der Reanimation. Es war ein Kampf gegen die Uhr: „Mach’ mal Power. Es wird Zeit, dass wir das Dach abkriegen“, war zu hören.
Auch die Schnell-Einsatz-Gruppen (SEG) der Malteser aus Wildeshausen mit 28 Personen und aus Sandkrug mit acht Personen waren im Einsatz. Sie wurden von Roman Kaminski (Wildeshausen) und Arne Gerken (Sandkrug) geführt. Die SEG versorgten die „Opfer“ und richteten einen Verletzten-Sammelplatz ein. Um 19.45 Uhr meldete Kaminski: „Wir beginnen jetzt mit der Sichtung der Patienten. Dann folgt der Transport in die Krankenhäuser.“
Das Drehbuch für die Übung hatte Brandmeister Lutz Ertelt, Zugführer bei der Wildeshauser Wehr, geschrieben. Trainiert werden sollte unter anderem das Abarbeiten eines Verkehrsunfalls mit vielen verletzten Personen – von der Ordnung an der Einsatzstelle bis zur Absprache mit dem Rettungsdienst. Lars-Christian Menke, Björn Dietz und Timo Poppe wirkten als Beobachter. Auch Stadtbrandmeister Jürgen Koch verschaffte sich vor Ort einen Eindruck. „Das hat gut geklappt“, bilanzierte Dietz. Und auch Einsatzleiter Cordes zeigte sich am Ende zufrieden. „Wir haben bewusst die ersten Fahrzeuge mit jungen Leuten besetzt. Die haben einen guten Job gemacht.“
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