WILDESHAUSEN - Insgesamt 43 Schilder wurden gestern demontiert. Gleichzeitig stellten die Mitarbeiter des Bauhofs aber „Vorfahrt-geändert“-Zeichen auf.
Von Stefan Idel
WILDESHAUSEN - Bevor der Schilderwald gelichtet wird, müssen erst einmal neue Verkehrszeichen aufgestellt werden: 18 so genannte „fliegende Schilder“ mit dem Hinweis „Vorfahrt geändert“ stellen Carsten Maas und Hans-Hermann Wohlers vom städtischen Bauhof in Wildeshausen am Montagfrüh an der Bargloyer Straße auf. Auch andere Straßen sind an der Reihe. Später wird demontiert. Insgesamt 43 Schilder bauen Maas und seine Kollegen ab. Vor allem die Zeichen 206 („Stop-Schild“) und 301 („Vorfahrt“) landen im Lager oder beim Schrotthändler.Vor allem in Tempo-30-Zonen sowie in Wohngebieten sind die Mitarbeiter des Bauhofs mit der „Entrümpelung“ beschäftigt. „Obwohl in Tempo-30-Zonen eigentlich die Rechts-vor-Links-Regelung gilt, waren seinerzeit Schilder aufgestellt worden, die die Vorfahrt regeln“, erläuterte Rita Manietta, Leiterin des Fachbereichs Bürger im Stadthaus. Hier seien die Verkehrsteilnehmer über Jahre hinweg daran gewöhnt worden, sich eher untypisch in diesen Wohngebieten zu verhalten. Weil sich die Kraftfahrer jetzt auf die Rechts-vor-Links-Regelung umstellen müssen, stelle daher der Bauhof zunächst das Hinweisschild „Vorfahrt geändert“ für mindestens vier Wochen auf. Manietta: „Wer will, dass die Autos langsamer fahren, muss die Vorfahrtsregeln ändern.“ Das gelte auch in der Nähe von Schulen.
Nach Angaben der Stadtverwaltung werden überflüssige Schilder im Bereich zwischen der Visbeker Straße bis zur Ahlhorner Straße abgebaut. Begonnen wurde unter anderem in den Straßen „An der Bahn“, der Bargloyer Straße, der Zeppelinstraße bis zum Westring, wie Bauhofmitarbeiter Maas berichtete. Weitere Straßen im Stadtgebiet sollen folgen.
Die Stadtverwaltung weist darauf hin, dass in verkehrsberuhigten Bereichen wie in Tempo-30-Zonen künftig der Grundsatz „rechts vor links“ gelte. Es sei zudem darauf zu achten, dass der Verkehrsteilnehmer, der vom verkehrsberuhigten Bereich in die 30er-Zone einfährt, Vorfahrt zu achten hat oder Vorfahrt gewähren müsse. Politik und Verkehrsexperten erhoffen sich eine deutliche Beruhigung des Anliegerverkehrs in diesen Bereichen.
Bei Erfolg des Programms würde die „Durchforstung im Schilderwald“ auch in anderen Bereichen der Kreisstadt fortgesetzt, kündigte Manietta an. Denkbar wären beispielsweise der Katenbäker Berg oder Am Dulshorn. Nur die wenigsten der „Vorfahrt“- Zeichen würden für eine spätere Verwendung eingelagert. Maas: „Nach fast 15 Jahren sind viele Schilder einfach auf.“ Die Schrotthändler warten schon.
