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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Wildeshauser Disko wirbt mit Filmriss-Plakaten - Polizei leitet Bußgeldverfahren ein

13.01.2012

WILDESHAUSEN Viel Kritik musste Thorsten Bruns, Clubmanager der Wildeshauser Diskothek Fun Factory für die Ankündigung einer „Hangover-Party“ einstecken. „Hangover“ ist englisch und steht für „Kater“. Vom gleichnamigen Hollywood-Film über einen ausgearteten Junggesellenabend gibt es bereits zwei Teile. Die Disko wollte „die Party zum Filmriss“ organisieren und warb mit dem Slogan „Filmriss garantiert“.

Als Reaktion auf die Kritik vom Jugendamt und in sozialen Netzwerken veranlasste Bruns am Donnerstag die Änderung des Slogans in „Party garantiert“. Das Jugendamt hatte ihn angerufen und Kritik an seiner Werbestrategie geäußert. „Ja, die Wortwahl war nicht glücklich“, sagte Bruns der NWZ . Er und seine Marketing-Abteilung hätten über den Spruch hinweggelesen. Das Partykonzept sei bundesweit eingeschlagen. „Wir wollten den erfolgreichen Film aufgreifen und Gäste anlocken“, so Bruns. Seine Disco stehe aber nicht dafür, dass sich Leute bei ihm „ins Koma saufen“ – und das werde auch bei der Filmriss-Party nicht geschehen. Der Abend sei einer wie jeder andere auch.

Mareike van’t Zet vom Jugendamt des Landkreises hält das Motto für „nicht gelungen und nicht richtig.“ Sie fragt: „Warum muss Werbung immer provokanter werden?“ Van’t Zet glaubt Thorsten Bruns, dass die Fun Factory keinen Alkohol an 16-Jährige ausschenkt, wie Bruns es ihr zugesichert habe. Die Frage bleibe aber, wie gut dies kontrolliert werden könne. „Wenn wir jemanden erwischen, ist derjenige dran, der den Alkohol an unter 18-Jährige weitergibt“, sagt sie.

Erwachsene als Vorbilder

Mareike van’t Zet hält es nicht für sinnvoll, einzig die Fun Factory zu kritisieren. „Für mich ist die Party ein Spiegelbild einer gesellschaftlichen Entwicklung. Unter Erwachsenen ist extremer Alkoholkonsum zum Teil sehr anerkannt.“ Auf dem Gildefest oder ähnlichen Volksfesten werde es der Jugend von Älteren vorgelebt.

Dass der Alkohol so immer mehr im Alltag der Jugend Einzug erhält, sei da kein Wunder. Sie habe schon volltrunkene Jugendliche bei Kontrollen aufgelesen, der Polizei übergeben und sie dann auf dem selben Fest wiedergefunden, da die Eltern den extremen Rausch für nicht so bemerkenswert erachteten. Dabei seien die Zahlen alarmierend: Allein 2010 gab es 776 Einsätze von Rettungsdiensten im Landkreis, weil Minderjährige sich vergiftet hatten – in den meisten Fällen mit Alkohol. „Die Zahlen sind sehr stark angestiegen“, sagt Mareike van’t Zet.

Und auch wenn es sich um ein gesamtgesellschaftliches Phänomen handelt, kritisiert sie die Fun Factory. Die wirbt mit Aktionen wie Verzehrgutscheinen, wenn Gäste sich – wie im Film – eine Glatze schneiden lassen oder dem Verteilen von bunten Pillen. „Wir müssen irgendwie die Leute erreichen“, sagt Bruns. Da müsse er auch mal provozieren. Nur den garantierten Filmriss, den wolle er nicht mehr versprechen.

Ordnungswidrigkeit

Dennoch gab die Polizei Cloppenburg am Donnerstag bekannt, dass sie ein Bußgeldverfahren gegen die Verantwortlichen eingeleitet habe, „da auf den Plakaten das Trinken bis zum ,Filmriss’ garantiert wird.“ Dies komme einer Aufforderung zum Trinken bis zum Vollrausch gleich, was von der Polizei als „ungehörige Handlung im Sinne des Ordnungswidrigkeiten-Gesetzes“ eingestuft werde. Thorsten Bruns erklärte gegenüber der NWZ  am Donnerstagabend, dass er nichts von dem Verfahren wisse. Ihm war nur bekannt, dass er in einem Fall mit dem Aufstellen eines Plakates gegen baurechtliche Vorschriften verstoßen habe – und dieses Plakat sei weggeräumt worden, so Bruns.

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