Wildeshausen/Großenkneten - Die Führung der Freiwilligen Feuerwehr Wildeshausen widerspricht der Darstellung des Kreistagsabgeordneten Herbert Sobierei (AfD) in der Sitzung des Bau-, Straßen und Brandschutzausschusses des Landkreises, die Wildeshauser Drehleiter sei in den vergangenen Jahren lediglich fünfmal in der Gemeinde Großenkneten zum Einsatz gekommen. „Wir halten uns da noch immer an reale Zahlen“, heißt es in einer Stellungnahme von Stadtbrandmeister Helmut Müller, Ortsbrandmeister Hermann Cordes und dessen Stellvertreter Conrad Kramer.

Tatsache sei, dass die Drehleiter für die Feuerwehr Wildeshausen erst im Jahr 1995 beschafft wurde, vorher also auch gar nicht in die Gemeinde Großenkneten fahren konnte. In den Jahren 2013 bis 2016 wurde die Drehleiter insgesamt neunmal in der Nachbargemeinde eingesetzt. Am 30. Januar dieses Jahres kam die Wildeshauser Drehleiter bereits wieder bei einem Schornsteinbrand in Großenkneten zum Einsatz, schreibt die Feuerwehrspitze.

In dem Förderantrag der Stadt Wildeshausen und der Gemeinde Ganderkesee an den Landkreis sei bereits aufgeführt worden, dass beide Drehleitern (aus Ganderkesee und aus Wildeshausen) in den Jahren 2013 bis 2015 insgesamt zu 52 Einsätzen in Nachbarkommunen unterwegs waren. „In diesem Sinne bitte immer schön bei den Tatsachen bleiben“, so Müller, Cordes und Kramer. Die Wildeshauser Feuerwehrspitze lobt, dass sich „die meisten Politiker vernünftig informieren und (so wie es aussieht) auch sinnvolle Entscheidungen herbeiführen“. Der Fachausschuss hatte einstimmig empfohlen, dass die Kreisverwaltung Gespräche mit den Gemeinden aufnimmt – mit dem Ziel, dass diese sich an den Kosten für die Drehleitern beteiligen. Allein die Kosten für die neue Wildeshauser Drehleiter, die im Herbst ausgeliefert werden soll, betragen rund 670 000 Euro.