WILHELMSHAVEN/SCHORTENS - Bei einem Schulbusunfall sind am Dienstagmorgen in Wilhelmshaven vier Jungen und drei Mädchen leicht verletzt worden. Sie erlitten Prellungen, teilte die Polizei mit. Nach einer Versorgung im Krankenhaus konnten die Kinder im Alter zwischen acht und zehn Jahren die Klinik wieder verlassen.

In dem Bus saßen Drittklässler zweier Grundschulklassen, die mit ihren beiden Lehrern zum Sportunterricht gebracht wurden.

Laut Polizei hatte der 30-jährige Busfahrer in der Tempo-30-Zone an der Kreuzung Kirchreihe/Herbartstraße ein Auto übersehen. Die vorfahrtberechtigte Fahrerin des Autos kam von rechts und wollte die Kirchreihe in nördliche Richtung überqueren. Dabei kam es zum Zusammenstoß. Auch die 51-jährige Autofahrerin wurde leicht verletzt und musste ambulant im Krankenhaus behandelt werden.

Das Auto musste abgeschleppt werden. Auch am Bus entstand Sachschaden. Die Schadenshöhe beziffert die Polizei auf insgesamt 6000 Euro.

Im vergangenen Jahr haben sich im Bereich Wilhelmshaven-Friesland zwei Schulbusunfälle ereignet. Im jeverschen Stadtteil Cleverns wurden im Juni bei einer Kollision drei Schüler leicht verletzt. Der andere Unfall ereignete sich im Juli in Wilhelmshaven. Dort erlitten bei einem Zusammenstoß eines Schulbusses mit einem Auto neun Schüler leichte Verletzungen.

Die Vorsitzende des Schulelternrats des Mariengymnasiums Schortens, Susanne Herrmann, bemängelt unzureichende Sicherheitsbestimmungen in Schulbussen. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass Linienbusse inzwischen die einzigen Verkehrsmittel auf deutschen Straßen sind, in denen es Stehplätze und keine Anschnallpflicht gibt“, sagt Herrmann im NWZ -Interview.

Der Sprecher der Polizei-Inspektion Wilhelmshaven-Friesland, Klaus-Rüdiger Harms, bestätigte, dass eine Anschnallpflicht in Linien- und Schulbussen der Sicherheit dienen würde. „Wären die Kinder angeschnallt gewesen, hätte es die Verletzungen mit großer Wahrscheinlichkeit nicht gegeben“, so Harms.

Interview auf Schortens, s.34