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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Gnadenhof: „Wir sind den Pferden etwas schuldig“

02.01.2012

RüDERSHAUSEN Der sandige Boden ist vom Dauerregen aufgeweicht, Pfütze reiht sich an Pfütze, bei jedem Schritt schmatzt es. Bernhard Kutz macht das nichts aus. Mit seinen Gummistiefeln an den Füßen stapft er über das Gelände des Rüdershauser Gnadenhofes „Pferdeoase“. Es ist 11 Uhr, und die Tiere müssen raus aus dem Stall und rauf auf die Auslauffläche.

63 Pferde, Ponys und Esel bekommen auf dem Hof von Bernhard Kutz (70) und Ingrid Lindenberger (77) ihr Gnadenbrot. Früher waren sie einmal heiß geliebte Freizeitpferde, viel gerittene Schulpferde oder gar hoch gehandelte Turnierpferde. Doch diese Zeit ist vorbei: Jetzt sind sie alt oder verletzt und nicht mehr zu gebrauchen. „Das Pferd ist das am meisten misshandelte Tier“, sagt Ingrid Lindenberger. „Wir sind diesen Tieren etwas schuldig.“ Deshalb fingen die beiden 1977 an, sich um Gnadenpferde zu kümmern, damals noch in Niederbayern.

Doch schnell brauchten sie mehr Platz für die alten Tiere, und den gab es günstig im fernen Nordwesten. 1985 fanden sie in Rüdershausen den perfekten Hof, fern von großen Straßen, umgeben von viel Weideland, und eröffneten hier ihre „Pferdeoase“. Seit 1993 unterstützt der gleichnamige Verein ihre Arbeit.

Und Arbeit gibt es viel auf dem Gnadenhof. Einen Angestellten kann sich der Verein leisten, alles andere müssen die Hofbesitzer selbst machen. Jetzt im Winter, wenn die Tiere nicht bei Tag und Nacht auf der Weide stehen können, heißt das: Pferd auf die Koppel führen, Box ausmisten, Pferd in den Stall führen, Pferd füttern. Und das mal 63. Dazu kommen Reparaturen am Stall und Pflege für die altersschwachen und verletzten Tiere.

Drei Anrufe hat Bernhard Kutz an diesem Vormittag schon bekommen, drei weitere Pferde wurden ihm angeboten. „Das geht fast jeden Tag so“, erzählt er. In seiner Stimme schwingt Ärger mit, großer Ärger. „Die Tiere haben 15, 20 Jahre lang gute Arbeit geleistet, haben vieles mit sich machen lassen, viele wurden von ihren Besitzern regelrecht kaputtgeritten. Und jetzt wo sie nicht mehr können, werden sie abgeschoben, und das am besten noch kostenlos!“

Und kostenlos ist auch die Unterbringung auf dem Gnadenhof nicht: 4 Euro kostet hier jedes Pferd pro Tag, 1460 Euro im Jahr. „Wir machen hier eine Grundpflege. Die Tiere müssen nicht mehr jeden Tag fein rausgeputzt werden“, erklärt Bernhard Kutz. „Hauptsache sie sind gesund, und es geht ihnen gut.“ Und ganz offensichtlich fühlen sich die Pferde hier wohl. Auf der Auslauffläche toben die knapp 30-jährigen Tiere umeinander wie junge Fohlen.

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Stefanie Dosch Newsdeskmanagerin / Politikredaktion
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