NWZ
berichtete) in den Personalräumen eines Schuhgeschäftes zu suchen? „Er gab vor, sich bei uns bewerben zu wollen“, sagt Katrin Rabe, Filialleiterin des Ladens in der Haarenstraße. Sie glaubte ihm natürlich kein Wort: „Als ich damit drohte, die Polizei zu rufen, stieß er mich zur Seite und rannte weg.“70 Euro hatte der unbekannte Täter aus zwei Geldbörsen genommen. Doch das wusste Katrin Rabe da noch gar nicht. Die 42-Jährige verfolgte ihn bis in ein Fahrradgeschäft in der Mottenstraße. Der Dieb stieß sie abermals zur Seite, warf ihr sogar noch ein Fahrrad vor die Füße.
„Ein Passant rannte hinterher, eine Frau bot mir ihr Fahrrad zur Verfolgung an. Ich glaube, ich habe mich gar nicht bei den beiden bedankt. Das tut mir leid. Es ging in dem Moment alles so schnell“, sagt Katrin Rabe. In der Kurwickstraße verließ sie die Kraft, den Dieb hatte sie da bereits aus den Augen verloren. Auch die verständigte Citywache hatte keinen Erfolg bei der Suche nach dem Täter.
Was Katrin Rabe besonders wurmt: Erstmals ist es jemandem gelungen, unbemerkt in die Personalräume zu gelangen. „Er hat das Geld sauber aus den Portemonnaies genommen, muss also Zeit gehabt haben.“ Dass der Dieb einen Komplizen hatte, kann sie nicht ausschließen. An der Kasse seien sie und ihre Kollegin auffallend lange aufgehalten worden.
Es war nicht das erste Mal, dass Katrin Rabe einen Ladendieb verfolgt hat. „Mein Mann findet das zwar nicht gut“, sagt sie, „aber ich empfinde allein den Versuch als persönliche Beleidigung.“ Den Täter schätzt sie als etwa 30 Jahre alt ein, 1,70 bis 1,75 Meter groß, bei schlanker bis kräftiger Figur und dunkelblonden Haaren.
Durch ihren mutigen Einsatz ist Katrin Rabe eine Kandidatin für den Zivilcourage-Preis der
