Habbrügge - Mit zehn Jahren sei sie in die Jugendfeuerwehr eingetreten und wollte eigentlich nicht in die aktive Feuerwehr, sagt Yvonne Müller aus Habbrügge. „Dann wurde ich 18 und habe mich dazu entschlossen im Jugendbereich zu bleiben“, sagt sie. Nun ist sie zweite stellvertretende Jugendfeuerwehrwartin bei der Freiwilligen Feuerwehr Falkenburg und Inhaberin der Jugendleiter-Card (Juleica).

Damit hat die 24-Jährige eine Ausbildung nach vorgeschriebenen Standards abgeschlossen und unter anderem einen Einstiegslehrgang in Harpstedt besucht und eine Woche einen Führungskräftelehrgang für den Bereich Jugendfeuerwehr bei der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz in Loy absolviert.

Auch einen Erste-Hilfe-Kursus frischte sie auf, um schließlich die Juleica am 13. Juni zu beantragen. Die Karte erwarb sie, um sich im Bereich der Jugendfeuerwehr weiterzubilden. Unter anderem lernte sie den Umgang mit Kindern, rechtliche Grundlagen, Vermittlungskonzepte und erhielt Tipps für die praktische Arbeit. Ganz wichtig sei ihr auch der Austausch mit anderen Teilnehmern gewesen, sagt Müller.

Derzeit besitzen 65 Ganderkeseer eine solche gültige Juleica, jeweils zu gleichen Teilen Männer wie Frauen, wobei die Frauen leicht in der Mehrheit sind, wie Beate Pollak, Bereich Jugendschutz und Jugendpflege beim Landkreis Oldenburg mitteilt. Das Durchschnittsalter der Juleica-Inhaber liege bei rund 30 Jahren. Etwa die Hälfte der Inhaber engagiere sich bei Sportvereinen oder Rettungsdiensten – wie Yvonne Müller. Sie ist Teil eines 16-köpfigen Betreuerteams der Jugendfeuerwehr Falkenburg. Zweimal im Monat betreut sie Jugendliche zwischen zehn und 18 Jahren.

„Zunächst versuchen wir, Grundlagen der Feuerwehrtechnik zu vermitteln“, sagt Müller. So stehen Funkübungen oder Hydrantenwartung auf dem Plan. Dabei treffen in der Gruppe ganz viele Charaktere aufeinander, sagt sie. Doch die Verständigung untereinander sei sehr gut. Es bestehe kein Lehrer-Schüler-Verhältnis, sondern ein lockerer Umgang. Das bestätigen auch Jan-Peter, Jan-Hendrik und die anderen Jugendlichen. „Wirklich Streit gibt es nie“, meint Jan-Peter. Mit ihrer Betreuerin könne man auch ’mal Scherze machen, sagen sie. „Und zuverlässig ist sie“, findet Jan-Peter.

Mit den Jugendlichen geht Müller schwimmen, unternimmt Radtouren oder einen Ausflug zum Kletterwald. Zudem stehen Gruppenspiele oder Bastelnachmittage an. Auch das Fußballturnier der Kreisjugendfeuerwehr, das am 19. Oktober in Falkenburg stattfindet, organisiert Müller mit. Der Höhepunkt im Jahr sei aber das Zelten. Denn die Gemeinschaft sei am wichtigsten. Das sei im aktiven Dienst auch nicht anders, da müsse sich auch Jeder auf den Anderen verlassen können, sagt sie.