Petersdorf - Bei einem spektakulären Verkehrsunfall am Montagnachmittag in Petersdorf sind zwei Frauen schwer verletzt und ein Mann leicht verletzt worden. Ein 30-jähriger LKW-Fahrer aus Garrel war mit seinem Fahrzeug auf der Hauptstraße in Richtung Petersdorf unterwegs. In einer Rechtskurve kurz vor der Ortschaft geriet er nach Angaben der Polizei mit seinem Sattelzug auf die Gegenfahrbahn und kollidierte mit dem entgegenkommenden Wagen einer 57-jährigen Petersdorferin. Bei der Kollision wurde das Auto auf den Seitenstreifen geschleudert. Die Fahrerin wurde in ihrem Fahrzeug eingeklemmt und musste von der Feuerwehr Bösel aus dem Wrack befreit werden. Sie und ihre Beifahrerin – ebenfalls aus Petersdorf – wurden bei dem Zusammenprall schwer verletzt. Vorsorglich wurde auch ein Rettungshubschrauber angefordert.
Der LKW-Fahrer fuhr mit seinem tonnenschweren, aber unbeladenen Sattelzug aus bislang unbekannten Gründen nach der Kollision geradeaus weiter, überfuhr eine Hecke, rammte ein Auto, krachte gegen die Ecke eines Hauses und kam erst wenige Meter vor einem im Garten aufgestellten Pool zum Stehen.
Diesen Moment wird Maria Willenbrink so schnell wohl nicht vergessen, denn die 52-jährige Petersdorferin befand sich zu diesem Zeitpunkt in dem runden Becken. „Ich hörte es nur laut knallen. Als ich mich umdrehte, sah ich eine riesige Staubwolke auf mich zukommen“, erzählte Willenbrink im Gespräch mit der NWZ . Überall seien Steine und Dachziegel umhergeflogen. Dass da ein riesiger Lkw auf sie zurollte, habe sie zu diesem Zeitpunkt zwar noch gar nicht realisiert, der einzige Gedanke war aber: „Schnell raus hier.“ Sie blieb unverletzt.
Ihr Mann Josef hatte ebenfalls viel Glück. Er machte gerade die große Dielentür des Bauernhauses auf, um zum Pool zu gehen, als der Lastzug direkt vor seiner Nase vorbeirauschte. Dann folgte ein krachendes Geräusch und plötzlich fehlte ein Stück von seinem Haus. „Ich habe sofort an meine Frau gedacht und bin zu ihr gelaufen“, sagte der 56-Jährige.
Nur wenige Minuten vor dem Unfall hatte Josef Willenbrink noch auf einer Liege direkt neben dem Schwimmbecken gelegen – dort wo nur kurze Zeit später Klinkersteine und Dachziegeln umherflogen. Er blieb ebenfalls unverletzt.
Auch wenn ihnen körperlich nichts passiert war, der Schrecken saß dem Ehepaar spürbar in den Knochen. „Und das an unserem ersten gemeinsamen Urlaubstag“, sagte der Petersdorfer und schaute kopfschüttelnd auf den weißen LKW in seinem Garten.
