Bloherfelde/Haarentor - Auch die Ehefrau von Karl-Heinz Bonk, Elke (81, geborene Hoffmeister), hat die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg gut Erinnerung. Sie schreibt:

„Wir Frauen schaffen das schon“, hatte Mutter mir in dieser schwierigen Zeit oft gesagt, wenn es einmal nicht so glatt lief bei uns. Kurz nach Kriegsende mussten wir umziehen – von der Margaretenstraße zum Nedderend. Die Straße dort war kaum befestigt und an den Rändern gab es noch tiefe Gräben. Aber das viele Grün und die Gärten dort waren reizvoll. Endlich konnten wir Kinder wieder draußen herumtollen, ohne dass plötzlich mal wieder eine Sirene losging oder feindliche Flieger schon von weitem zu hören waren. Jetzt konnten wir wieder miteinander draußen Hinkepinke spielen, mit dem Ball gegen eine Wand werfen, Seilspringen oder mit dem Roller fahren, so lange es nicht geregnet hatte – denn dann wurde der Weg zu einen riesigen Matschgebiet.

Hier fand ich liebe Freundinnen meines Alters. Die andere Elke und Irmgard waren voller Schwung. „Fasst aber nichts an, was da noch so rum liegt“, warnte Mutter immer wieder. Doch häufig fand man Waffen und Kriegszubehör.

Im Herbst 1945 ging es wieder los mit der Schule. Ich musste zur Schule Bürgerfelde, zu Fuß. Mutter hatte ein hübsches Kleid genäht, dazu musste ich selbst gestrickte lange Wollstrümpfe und warme Socken tragen. Hosen für uns Mädchen waren noch nicht üblich.

Der lange Schulweg machte mir keine Probleme und die ersten Schultage waren wieder etwas Neues. Manchmal, wenn wir mittags in einer Gruppe heimgingen, fuhren alliierte Militärwagen an uns vorbei. Dort sah ich damals meinen ersten Dunkelhäutigen. (wird fortgesetzt)