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NWZonline.de Region

,Blutiger‘ Bruderkuss in Bremen

19.02.2005

Dar wart Duden de kop af gehouwen, unde Gerolt nam dat dode hovet synes broders, unde kusse deet vor den munt. Nu hadde de rad Gerolde dat levent wol gegunnet, unde boden eme der halven an, wolde he to Bremen wonen unde sick befrien, se wolden eme eine erlike junkfrouwe geven. Dar up Gerolt antworde, he en were nicht des herkommens, dat he enes pelsers edder schomakers dochter nehmen scolde, wente he were ein eddel vrie Vrese.“

Diese alte „Bruderkuss-Sage“ gehört in Verbindung mit dem Überfall auf die „Vredeborch“ zu den bekanntesten heimatkundlichen Darstellungen überhaupt. Das mag sich noch verstärken, da seit Januar 2005 das berühmte Fresko „Der Bruderkuss“ von Hugo Zieger der Öffentlichkeit wieder zugänglich ist.

Das Wandbild drohte am Ursprungsort im Lübben-Hof in Schmalenflether Wurp zu zerfallen. Deshalb ließ es der Rüstringer Heimatbund dort entfernen, fachgerecht restaurieren und im Museum Nordenham wieder anbringen. Hier kann das vier mal zwei Meter große Fresko jetzt betrachtet werden.

Weniger bekannt als die Bruderkuss-Sage und der Vredeborch-Überfall sind dagegen die überlieferten Ereignisse, die dem misslungenen Angriff vorausgingen. Die folgende Skizzierung historischer Zusammenhänge soll helfen, das auf dem Fresko dargestellte Ereignis richtig einzuordnen.

Sowohl die Stadt Bremen wie auch die Rüstringer Friesen hatten als Anlieger der Unterweser von jeher ein starkes Interesse daran, den gegenseitigen Handelsverkehr durch Verträge möglichst störungsfrei zu gestalten. Das gelang nicht immer. Besonders gegen Ende des 14. Jahrhunderts nahmen Piraterie und Strandraub für die Bremer bedrohliche Ausmaße an, da zum einen die Rüstringer Friesen nach alter Gewohnheit immer häufiger gestrandete oder überfallene Handelsschiffe ausplünderten und da zum anderen die „Vitalienbrüder“, Seeräuber aus der Ostsee, nun auch die südliche Nordsee und die Wesermündung unsicher machten.

Erschwerend kam hinzu, dass die Bremer es nicht mehr mit einem geeinten Rüstringen zu tun hatten. Seit der Mitte des 14. Jahrhunderts mussten sie sich mit verschiedenen Häuptlingsfamilien verständigen, die als lokale Machthaber in Butjadingen und im Stadland die zuständigen Verhandlungspartner waren. Im Interesse einer sicheren Handelsschifffahrt auf der Weser schlossen die Bremer nun mit den friesischen Häuptlingen entsprechende Einzelverträge ab.

Erst wenn Häuptlinge aus Bremer Sicht vertragsbrüchig wurden und wenn Plünderungen ihrer Handelsschiffe Überhand nahmen, griffen die Hansestädter auch zu militärischen Mitteln. So geschehen mit dem Stadländer Häuptling Husseko Hayen, der es nach der bremisch – oldenburgischen Niederlage 1368 in der Schlacht von Coldewärf mit seinen Vertragspflichten Bremen gegenüber offenbar nicht mehr so genau nahm und verstärkt zu Plünderungsfahrten aufbrach. 1384 zogen die Bremer daher zusammen mit dem Oldenburger Grafen und dem Banter Häuptling Edo Wiemken gegen Husseko Hayen zu Felde, der schließlich in Esenshamm gefangen genommen wurde.

Nach diesem Sieg hatten die Bremer im Stadland freie Hand und gingen daran, die ehemals stark befestigten Wehrkirchen dort wieder zu reinen Gotteshäusern zu machen. Nur Rodenkirchen blieb als Festung erhalten und wurde zusammen mit der eroberten Esenshammer Kirche dem Lubbe Onneken

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