BOCKHORN - Der Schornsteinfeger machte bei einer Routine-Kontrolle die Entdeckung: „Da haben Sie aber ein gewaltiges Wespennest unter dem Dach". Karl-Heinz und Inge Popken in ihrem Holzhaus in Bockhorn an der Schlesierstraße hörten es mit Erstaunen. Noch überraschter waren sie, als sie selbst die Ausmaße des Larven-Palastes in Augenschein nahmen.

Und auch der Fachmann eines Naturschutzbundes, der schnell hinzugerufen wurde, staunte nicht schlecht: „Selten so ein gewaltiges Nest gesehen."

Baumeister war nach Ansicht des Fachmannes die „Gemeine Wespe". Mit ihren starken Kiefern schaben und nagen die Wespen feine Splitter aus dem Holz, zerkauen sie zu einem mit Speichel vermengten Brei und ziehen diesen dann mit Hilfe der Vorderbeine zu einem papierähnlichen Stoff aus. Daraus werden die Nester gebaut, die Zellen wie die Waben, die Schutzhüllen wie die Stütz- und Tragbalken.

Die „Untermieter“ von Karl-Heinz und Inge Popken sind allerdings wieder verschwunden, der Riesenbau steht wohl leer. Die Wespenstaaten sind einjährig, im Spätherbst sterben die Arbeiterinnen und Männchen sowie die alte Königin. Nur die jungen und starken befruchteten Weibchen überwintern in einem meist oberirdischen Schlupfwinkel, um im nächsten Frühjahr neue Staaten zu gründen.