BOCKHORNERFELD - „Uns als betroffene Bürger stört, dass die Gemeinde Bockhorn und der Landkreis Friesland nichts Ausreichendes unternehmen gegen den Bau der Küstenautobahn quer durch unsere Dörfer“. Peter Junker aus Bockhornerfeld spricht für viele, und er geht jetzt einen weiteren Schritt, er wendet sich an den Petitionsausschuss des Niedersächsischen Landtages. Seine Kritik: „Wir fühlen uns in unseren Möglichkeiten, Einwendungen zu erheben, stark eingeschränkt. Und wir werden mangelhaft informiert.“

Zur Erinnerung: Der Bau der Autobahn 22 auf der oft als „Nordtrasse“ benannten Strecke durch Bredehorn und Bockhornerfeld schien eigentlich vom Tisch, anfänglich starke Proteste der Anwohner ließen nach, weil der Eindruck vorherrschte, dass eine „Vorzugstrasse“ weiter südlich im Ammerland ausgewählt werden würde.

Doch dagegen scheinen sich die Ammerländer jetzt zu wehren, sie favorisieren wieder die „Nordtrasse“, das Spiel beginnt von vorn. Das Ammerländer Landvolk mit seinen Mitgliedern auch in der Gemeinde Bockhorn machte mobil (die NWZ berichtete), und jetzt stehen die Anwohner wieder auf. Allerdings fühlen sie sich nach Aussage von Peter Junker dabei von ihren gewählten Kommunalpolitikern im Stich gelassen: „Bis zum 15. Januar müssen die offiziellen Stellungnahmen vorliegen. Der Bockhorner Rat könnte die Sache schnell auf die Tagesordnung setzen, aber nichts passiert.“ (Zur Reaktion des Bockhorner Bürgermeisters Ewald Spiekermann: siehe Interview, S. 36).

Peter Junker liegen detaillierte Einwendungen aus dem Ammerland vor, seine Sorge ist: „Ich befürchte, dass die Trassenführung politisch über die Köpfe der Bürger hinweg entschieden wird. Es wäre doch wohl besser, wenn die sachlichen Gründe maßgeblich sein würden.“ Und da gebe es genug Argumente gegen die „Nordtrasse“ – nicht nur die drohende Beeinträchtigung des Naturschutzgebietes Bockhorner Moor (Stichwort Grundwassersenkung), sondern auch der Erhalt der bäuerlich geprägten Kulturlandschaft: „Bei uns würden 20 bis 30 landwirtschaftliche Betriebe zerstört. Bei der Trasse im Ammerland sind es nur fünf oder sechs.“ Junker richtete für seine Mitstreiter die Bitte an Rat und Verwaltung im Bockhorner Rathaus, sich im Interesse der Bürger noch einmal engagiert gegen die „Nordtrasse“ auszusprechen.