Bockhorn - Überall in der Gemeinde laufen die Vorbereitungen für den Bockhorner Markt. Der findet vom 6. bis 8. September statt. Auch in der Werkstatt des Autohauses Renault Janssen am Klinkerhof hat man den Markt im Blick. Dort wird das Frontfahrzeug für den Festumzug gewartet, der Renault Prima Quattre Sport aus dem Jahr 1938.

Erstmals wird der Bockhorner Bürgermeister Andreas Meinen darin Platz nehmen, und zwar gemeinsam mit Werner Harms und Hartmut Hinrichs vom Heimatring, den Organisatoren des Umzuges.

Kai Janssen berichtet: „Diese Autos sind damals nicht für langsames Fahren gebaut worden, sondern für schnelle Geschwindigkeiten. Fahren wir damit im Schritttempo, wird der Motor zu heiß. Also bauen wir eine zusätzliche Lüftung ein, die wir im Stand zuschalten können.“ Sonst nur mit Wasser gekühlt, kann jetzt auch wie bei modernen Autos Luft zugeführt werden.

Vor 15 Jahren hatten Willi und Karin Janssen selbst den Wagen aus Südfrankreich „auf der Achse“ nach Deutschland gebracht. Es war wohl eine richtige Abenteuerreise. Vorbesitzer war ein in der Automobilszene bekannter Mann, Jean Redele, der Erfinder des Renault Alpine und damalige Chef des kompletten Sportbereichs bei Renault.

Von dem Prima Quattre sind Kai Janssen zufolge nur etwa 100 Stück gebaut worden. „Unser Wagen mit dieser Ausstattung dürfte der letzte seiner Art sein“, sagt er. Der Motor diente sogar in einer französischen Berufsschule als Anschauungsstück. Kai Janssen sagt: „Hinter jedem Oldtimer steckt eine Geschichte, die dazu geführt hat, dass er nicht verschrottet wurde.“

Das Autohaus Janssen, seit mehr als 50 Jahren in Bockhorn präsent, stellt für den Marktumzug noch einen zweiten Wagen zur Verfügung, eine Renault Caravelle, gesteuert von Sandra Janssen. In dem Wagen dürfen dann die Vareler Mühlenkönigin und die Mühlenprinzessin Platz nehmen.