Bockhorn - Das sieht nach Arbeit aus: In der Werkstatt von Wilm Logemann in Bockhorn lernen elf Jungen in dieser Woche, wie man Mofas, Mopeds und Roller repariert – bei der Schrauberwerkstatt. Zum 14. Mal veranstaltet die Bürgerstiftung Friesische Wehde den Kursus mit Dieter Schweer. Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren lernen dabei, wie sie ihre Mofas, Roller und Mopeds wieder flott machen.

Mit dabei sind auch Niklas Meyer und Wilko Kuhlmann aus Bockhornerfeld. Die beiden 13- und 14-Jährigen haben bei ihrem Moped schon einiges selbst repariert, vom Vergaser über den Gaszug bis zu den Reifen. „Wir haben es von einem Bekannten geschenkt bekommen. Wir brauchten nur eine neue Batterie, dann sprang es sofort an“, sagt Niklas Meyer. Sie wechseln sich im Wochenrhythmus ab, so dass jeder das Moped mal hat. Auf öffentlichen Straßen fahren dürfen sie das Moped aber noch nicht. Den Führerschein können sie erst mit 15 Jahren machen. „Aber wir fahren damit manchmal über den Acker“, sagt Niklas.

Das ist erlaubt: Auf Privatgelände dürfen die Jugendlichen ihre Maschine fahren. Das bestätigt auch Polizist Rüdiger Kant. Er war am Mittwoch bei der Schrauberwerkstatt zu Gast, um mit den Jugendlichen über Tuning zu reden. „Das ist das Problem, das wir haben“, sagt er. Die meisten Jugendlichen, die ihren Roller oder ihr Moped frisieren, seien sich der Konsequenzen gar nicht bewusst. „Wenn man mit einem getunten Roller einen Unfall baut, können die Folgekosten, für die man aufkommen muss, richtig hoch sein“, sagt Kant. Und so habe man als Jugendlicher auf einmal 200 000 Euro Schulden. Außerdem können Fahrer von getunten Rollern eine Führerscheinsperre bekommen. Schneller fahren, als erlaubt, lohne sich einfach nicht. „Wir wollen erreichen, dass die Jugendlichen das Kreuz haben, aufzustehen, und zu sagen: Nein, ich frisiere meinen Roller nicht. Denn oft spielt ja der Gruppenzwang eine große Rolle.“

Rüdiger Kant warnt: „Wenn jemand einen getunten Roller fährt, ist es meist nur eine Frage der Zeit, bis wir ihn erwischen. Wir stehen auch vor den Schulen.“ Vor allem echte Fans von schnellen Zweirädern sollten lieber keine Führerscheinsperre riskieren – schließlich wollen sie, wie Niklas Meyer und Wilko Kuhlmann, einen Motorradführerschein machen, wenn sie 18 sind.

Sandra Binkenstein
Sandra Binkenstein Thementeam Soziales