Steinhausen - Professor Dr. Heinz Buddemeier (Bremen) hat schon des Öfteren mit Vorträgen beim Gesprächskreis für gesunde Ernährung und Lebensführung in Bockhorn (GELB) für Aufsehen gesorgt. Das könnte ihm auch mit seinem nächsten Beitrag am Donnerstag, 29. November, 20 Uhr, in der „Altdeutschen Diele“ in Steinhausen wieder gelingen. „Computerspiele, Handys, soziale Netzwerke – Gefahren und Gegengewichte“ ist das höchst aktuelle Thema.

Buddemeier wird neue Studien über die Frage vorstellen, ob Gewalt im Fernsehen wirklich Gewalt bei Kindern erzeugen kann. Er wird ein düsteres Bild zeichnen: „Gewaltszenen am Bildschirm, Killerspiele am Computer erzeugen einen Nervenkitzel und lassen Gewalt als mögliche Art der Auseinandersetzung erscheinen.“

Ständige Handy- und Smartphonenutzung schade nicht nur dem Organismus, sondern behindere die Sprachentwicklung bei Kindern. Der Kommunikationswissenschaftler: „Wir haben feine elektrische Strömungen in uns, die zum Leben notwendig sind. Feldstärken von Handys sind aber ungleich stärker als diese. Das bringt zwangsläufig gesundheitliche Probleme.“

Soziale Netzwerke wie Facebook würden laut Buddemeier keine echten Beziehungen entstehen lassen: „Sie führen bei exzessiver Nutzung zu einem Online-Ich als Ausdruck einer geistigen Krise. So bleiben Kinder mit virtuellen Freunden einsam vor dem Bildschirm sitzen.“

Buddemeier: „Wir glauben zu wissen, was in Computerspielen vor sich geht. Was uns da entgegen kommt, ist aber Hass auf alles Menschliche.“ Doch nicht nur in Killerspielen „spritzt das Blut, Gewalt ist auch in 89 Prozent aller Kindersendungen im Fernsehen an der Tagesordnung“, so der Forscher.

Bis zum Ende der Grundschulzeit hätten Kinder Buddemeier zufolge rund 8000 Morde und 100 000 Gewalttaten gesehen: „Die Folge sind Traumatisierungen und Schlafstörungen. Irgendwann kommt aber der Genuss bis hin zu Sucht.“