STEINHAUSEN - Der Besuch aus Hannover ging gleich ins Eingemachte. Christian Dürr, 30jähriger FDP-Landtagsabgeordneter aus Ganderkesee, umweltpolitischer Sprecher seiner Fraktion, hatte den Koalitionsvertrag mit der CDU in der Tasche. In den wichtigsten landespolitischen Zukunfts-Aussagen fanden sich immer wieder Bezüge zur Region. Der Jade-Weser-Port ist gut, aber: „Lärmschutzwände für die Rohrdommel, keine für Menschen an der Bahn in Sande - das ist schwierig zu vermitteln.“ Der notwendige Ausbau der Bahnverbindung sei versprochen, „aber diese Zusagen hat es wohl schon zu Schröders Zeiten gegeben. Der Bahn muss man ständig auf die Finger schauen.“ Der sechsspurige Ausbau der A 1 sei ein entscheidendes Ziel, der Bau der A 22 ein anderes.
Dürr sprach sich für den Modellversuch einer „Kita-Card“ aus, wie es sie in Hamburg schon gebe. Eltern können frei wählen unter den Betreuungsangeboten: „Das schafft Markt und Wettbewerb.“ Die Zahl der Krippenplätze sollte erhöht werden. Die FDP stünde weiter zum gegliederten Schulwesen: „Den ganzen Blumenstrauß von der Hauptschule bis zur Integrierten Gesamtschule.“ Plus Schulleitungsakademie für Fortbildung im Schulmanagement. In Sachen innere Sicherheit, immer schon ein liberales Schwerpunktthema, legte sich Christian Dürr fest: „Wir brauchen nicht mehr Gesetze, wir brauchen eine bessere Ausstattung der Polizei, damit sie ordentlich arbeiten kann.“ Jugendstrafen sollten zeitnah nach der Tat ausgesprochen werden, sonst verpuffe die Wirkung.
Den Versuchen der Niedersachsen-CDU, mit Online-Zugriffen private Computer auszuforschen, habe die FDP erfolgreich widersprochen. Dazu kam der Kommentar des Abends vom Ehrenvorsitzenden des Ortsverbandes und ehemaligem Bundestagskollegen der klageführenden Liberalen Baum und Hirsch, Günther Bredehorn: „Das der Schünemann nicht auf meiner Festplatte rumturnt, das halte ich für wichtig.“ Schünemann ist in Hannover CDU-Innenminister und Befürworter der PC-Durchsuchungen.
