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NWZonline.de Region Cloppenburg Gemeinden Bösel

Von den „bösen“ Böselern

29.03.2019

Bösel Warum heißt Bösel eigentlich Bösel und warum nennen sich die Böseler Böseler? Dafür gibt es verschiedene Deutungen, die nüchternste liefert die Chronik der Gemeinde Bösel, herausgegeben 1976. Darin wird auf alte Urkunden verwiesen, in denen Bösel unter anderem als Borsla, Borsele oder Bersele genannt worden sei. Erstmals wird der Name Borsla in einer Urkunde des Bischofs von Osnabrück im Jahre 1080 erwähnt.

Dem Namen liegt das Grundwort el – el bedeutet loh, loh bedeutet Wald – sowie das Bestimmungswort bosen – in der Bedeutung von busenförmig gestalteter Boden – zugrunde. Entsprechend heißt Bösel übersetzt Wald auf einer welligen Anhöhe. Osterloh war damit der Wald östlich und Westerloh westlich von Bösel. Demnach war ein ausgedehnter Wald Namensgeber für die Gemeinde. Weit ausgedehnte und fast unpassierbare Moore, Sumpf und andere unfruchtbare Böden bestimmten lange Zeit die Entwicklung von Bösel auf einem 15 Meter hohen Geestrücken.

Wie viel poetischer liest sich jedoch die Erklärung von Ludwig Strackerjahn in seinem Buch „Aberglaube und Sagen aus dem Herzogtum Oldenburg“ (1867): Die Böseler und die Altenoyther stritten sich in früheren Zeiten erbittert um Marken – die Altenoyther zogen dabei zumeist den Kürzeren. Die Böseler hätten kräftige Leute ins Feld geschickt, die den Alten­oythern kräftig das Fell vertrimmten. So erhielten die Böseler die Bezeichnung „die Bösen“, woraus sich die Bezeichnung „Die Böseler“ entwickelte, heißt es in dem zweibändigen Werk. Das Material dafür hatte Strackerjahn in einer Fragebogenaktion zusammengetragen.

Er erhielt auch eine weitere Erklärung für die Bezeichnung Böseler: Als die protestantischen Soldaten unter Graf Ernst von Mansfeld im Dreißigjährigen Krieg in Altenoythe einfielen, riefen sie die Böseler zur Hilfe. Die Mansfelder waren für ihre schlimmen und brutalen Raubzüge bekannt, hatten bereits Cloppenburg und das Saterland geplündert. Dann zogen sie gegen Friesoythe und Altenoythe. Die blutigen Kämpfe gegen die kaiserlichen Truppen gipfelten im Niederbrennen von „Olden Oyta“. Am Ende mussten sich die Mansfelder geschlagen geben.

Der Sage nach kamen die Böseler, verfolgten die Räuber und stellten sie auf den Mansfelder Wiesen. Schenkt man der Sage glauben, eilte den Böselern ein gewisser Ruf voraus: Schon als die Mansfelder sie nahen sahen, habe es den Aufschrei „O diese Bösen“ gegeben und sie seien nach kurzer Gegenwehr ohne ihre Beute geflüchtet. Zum Dank für die Unterstützung hätten die Friesoyther und Altenoyther den Böselern die Wiesen an der Lahe geschenkt, heißt es bei Strackerjahn.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Friesoythe / Redaktion Münsterland
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