BöSEL - Christian Hackmann feiert an diesem Sonnabend seinen 25. Geburtstag. Der angehende Tierarzt hat natürlich Besuch. Studienfreunde aus Gießen sind da: „Ich will ihnen ein bisschen was von meiner Heimat zeigen.“ Auf dem Ausflugsprogramm steht aber nicht etwa ein Spaziergang an der Thülsfelder Talsperre oder einer im Stadtpark Friesoythe oder im Dorfpark in Bösel. Nein, besichtigt werden Ställe. Denn es ist die Landwirtschaft, die für Christian Hackmann diese Region zu seiner Heimat macht. Seine Heimatstadt ist Friesoythe. Dort lebt die Familie von Christian Hackmann. Bösel ist seine musikalische Heimat. Denn dort ist der 25-Jährige Dirigent der Big Band Bösel.
Die Big Band bezeichnet Hackmann als Familie. Sie ist für ihn Leidenschaft und Herausforderung, sie steht für ihn für Freundschaft, Zusammenhalt und Entwicklung. Seit Mai ist Christian Hackmann Dirigent. Seither macht er sich an jedem Wochenende von seiner Uni in Gießen aus auf den Weg zurück in die Heimat, um die Proben der Big Band zu leiten, um Konzerte zu geben, um Familie und Freunde zu treffen – und manchmal eben auch, um einige Kuhställe zu besuchen.
„Ich fühle mich einfach wohl hier in der Gegend. Ich fühle mich geborgen mit den Leuten hier“, sagt Christian Hackmann, zuckt mit den Schultern und grinst – für ihn ist da eigentlich gar nicht mehr viel hinzuzufügen. Sein Abitur hat er am Albertus-Magnus-Gymnasium gemacht. Dann folgte eine Ausbildung zum Landwirt, weiter gings mit dem Studium der Tiermedizin. 2014 will er seinen Abschluss machen, um dann Tierarzt für Nutztiere hier in der Region zu werden.
In der Big Band Bösel spielt Hackmann seit 2003 mit. Bevor er Dirigent wurde, war er Trompeter. „Andere Leute haben auch schöne Hobbys, aber die Musik ist etwas besonderes.“ Die Aufgabe des Dirigenten stellte ihn vor eine große Herausforderung: „Ich musste einsehen, dass ich das neu lernen musste.“ Die Verantwortung sei groß, anfangs habe er sich manches zu sehr zu Herzen genommen, ein Dirigent müsse ein breites Kreuz haben und sich auch mal durchsetzen können. Aber: „Wir sind alle mit dem Musikvirus infiziert. Das verbindet.“ Die Besucher aus Gießen waren am Freitag auch zur Probe der Big Band eingeladen. Das gehörte zum Ausflugsprogramm in der Heimat. Das Wichtigste sei hier nicht vergessen: Herzlichen Glückwunsch!
