BöSEL - Er ist seit dem 1. Mai 1977 Standesbeamter der Gemeinde Bösel, er hat inzwischen 570 Ehen geschlossen und er hat eine gute Nachricht für alle Ehemänner, die sich das Datum des Hochzeitstages nicht merken können: Für den 07. 07. 07 und für den 20. 07. 2007 sind im Standesamt der Gemeinde Bösel noch jede Menge Termine frei.

„Für beide Tage gibt es jeweils nur eine Anmeldung“, sagt Brinkmann, den das allerdings nicht aus der Ruhe bringt. Er weiß, dass es bei einer Hochzeit nicht unbedingt auf den Termin ankommt, sondern vielmehr darauf, dass die Partner sich verstehen und zueinander passen.

An seine erste Trauung kann sich der inzwischen 55-Jährige, der selbst seit 32 Jahren verheiratet ist, noch gut erinnern. „Ich hatte damals ganz schön Lampenfieber.“ Dieses hat sich inzwischen zwar gelegt, doch ein Kribbeln verspürt Brinkmann auch heute noch. „Jede Trauung ist anders, jede hat etwas Besonderes“, sagt der Mann, der festgestellt hat, dass nicht mehr so oft geheiratet wird wie früher. „Die Welt dreht sich schneller, es gibt mehr Freizeitstress und es gibt eine gewisse Angst vor der Endgültigkeit“, sagt Brinkmann. Inzwischen habe sich bei vielen Paaren die Philosophie durchgesetzt, dass man so lange zusammenbleibe, so lange es eben geht.

So um die 30 Paare finden pro Jahr den Weg ins Böseler Standesamt. Im vergangenen Jahr wurden 28 Trauungen registriert – und im neuen Böseler Trauzimmer, das am 15. April 2004 mit der Hochzeit von Ulrike und Holger Runden „eingeweiht“ wurde, sind inzwischen 103 Ehen geschlossen worden.

Heiraten kann man im Böseler Rathaus an sechs Tagen in der Woche, nur an den Sonn- und Feiertagen bleibt das Standesamt geschlossen. Diese Flexibilität ist vielleicht auch der Grund, warum in Bösel immer mehr Auswärtige heiraten.

Die Frage, ob der Beruf des Standesbeamten sein Traumberuf sei, beantwortet Brinkmann mit einem Lächeln. „Eigentlich wollte ich Kaufmann werden“. Dieser Wunsch wurde zwar nicht erfüllt, doch Freude an seiner Funktion als Standesbeamter, hat Brinkmann schon lange gefunden. Dass jede Trauung anders ist, erfährt man in Bösel schon bei der Ansprache des Standesbeamten. Brinkmann spricht frei, jeweils ausgerichtet auf den besonderen Tag und das besondere Paar.