BöSEL - Einige Anekdoten: Schüler schlugen mit Schippen auf Rohre. Wegen des Lärms konnte kein Unterricht stattfinden.
von Wilfried Leser
BÖSEL - Vor 50 Jahren sind sie aus der Volksschule Bösel entlassen worden. „Dies ist ein Anlass für ein Klassentreffen“, meinte August Otto, der seit Jahren in Leverkusen wohnt. Er sprach Paula Bohmann an und teilte ihr seinen Wunsch mit. Schon 25 bzw. 40 Jahre nach ihrer Schulentlassung hatten sich die ehemaligen Schüler zu einem Klassentreffen getroffen. Schnell gewann Paula Bohmann Rolf Stuckenberg, Josefa Hempen, Heinrich Brinkmann und Ulrich Boneß für den Festausschuss. Die Schulkameraden wurden angeschrieben und eingeladen. 27 trafen sich nun wieder. Die meisten kommen zwar aus dem Kreisgebiet, einige hatten aber weitere Anreisen zum Beispiel aus Duisburg, Leverkusen oder Höxter.Mit einer Kaffee- und Kuchentafel im Heimathaus begann das Treffen. Anschließend führte Museumswart Gerd Bley vom Böseler Heimatverein durch den Pallert. Was sich im Laufe der 50 Jahre in Bösel alles verändert hat, konnte dann bei einer Gemeinderundfahrt bestaunt werden. Abendessen und gemütliches Beisammensein war dann später im Gasthof Bley angesagt. Dazu gab es natürlich vieles aus der guten alten Schulzeit zu erzählen und so mancher Schulstreich kam wieder auf den Tisch.
Da wurde der kinderlose Lehrer X. stets zur Schützenfestzeit bedacht. Dem wurden dann aus den Zuckerbuden der Schausteller „Babyartikel“ wie Schnullerflaschen aufs Pult gestellt. Die Strafe folgte dann: Einige mussten den Gang nach Canossa antreten und die Dinge seiner Ehefrau bringen.
R. und B. hatten Talent dafür, dass der Unterricht unterbrochen wurde. Damals wurde mit Kohle geheizt, einige Schüler waren zum Heizen eingeteilt. Mit den Schippen schlugen sie auf die Rohre, das machte in den Klassenräumen derartigen Lärm, dass der Unterricht abgebrochen wurde.
An manche Tracht Prügel und kaltes Mittagessen kann sich Ulrich Boneß erinnern. Nach der Schule spielte er gerne Fußball und vergaß die Zeit für den Heimweg. Als dann sein Vater kam, um ihn zu holen, flüchtete er über den Friedhof, um eher als sein Vater zu Hause sein. Doch das nützte nichts, Prügel gab es trotzdem. Dazu noch kaltes Mittagessen - denn der Herd wurde nur mittags beheizt.
