BöSEL - Die Reihenfolge ist immer dieselbe: Lasergewehr angelegen, durchladen, zielen und dann schießen. Die zehnjährige Alina Kleymann aus Bösel ist schon ein „alter Hase“, was den Umgang mit einer Schusswaffe anbelangt. Kein Wunder: Als Mitglied im Schützenverein Bösel hat Mutter Silvia ihre Leidenschaft auch auf den Nachwuchs übertragen. „Mit acht Jahren habe ich damit angefangen“, erinnert sich Alina.

Bis sie ihr Talent beim offiziellen Jugendkönigsschießen in Bösel unter Beweis stellen darf, müssen allerdings noch weitere zwei Jahre vergehen. Dann erst erhalten Kinder die Berechtigung, mit einem Luftgewehr umzugehen.

Andere haben ihr die Teilnahme an dem Wettbewerb schon voraus. Die 13-jährige Eileen Sprock und ihre Freundin Christine warten unterdessen auf die Endergebnisse beim Schießen um Platz Eins. „Bei mir lief es nicht so gut“, schätzt Eileen ihre Trefferquote ein. Was sie aber auch nicht weiter schlimm findet: „Hauptsache es macht Spaß.“ Zwischen 40 und 50 Kinder nehmen jährlich an der Vereinsmeisterschaft teil. Sie alle haben nicht nur eine Zielscheibe vor ihrem Auge, sonder auch das Ziel, König beziehungsweise Königin zu werden. „Jeder hat drei Schuss, wer die höchste Ringzahl trifft, hat gewonnen. Bei gleicher Anzahl gibt es ein Stechen“, erklärt Jugendobmann Holger Tapken die Regeln.

In der Theorie wohl nicht schwierig, bei der Umsetzung hapert es dann doch. Grund: Nicht jeder schafft es, das Gewehr mit ruhiger Hand anzulegen. „Das ist die große Herausforderung“, meint der Jugendobmann. Schießen sei nämlich ein Sport, bei dem nicht die körperliche Kraftanstrengung im Vordergrund stünde, sondern die Fähigkeit, sich konzentrieren zu können.

Dass es Menschen gibt, die Kinder und Jugendliche nicht gerne am Abzug einer Pistole sehen, ist Holger Tapken als Problem hinlänglich bekannt. „Jemand, der aber frühzeitig am Gewehr ausgebildet wird, ist mit den Gefahren vertraut und handelt umsichtig“, lautet seine Einschätzung.

Um den Fortbestand des traditionsreichen Böseler Schützenvereins zu sichern, wünscht er sich verstärkt Heranwachsende, die mitmachen möchten. Die Nachwuchsschützen trainieren nach den Sommerferien immer mittwochs um 17 Uhr in der Schützenhalle an der Jahnstraße. „Jeder ist dazu herzlich eingeladen“, sagt Tapken.