BöSEL - Die Ankündigung der Praxisaufgabe des in Bösel sehr beliebten Hausarztes Dr. Christian Lawson, der – wie berichtet – zum Jahresende aufhört, weil seine Kassenzulassung endet, hat zu erheblicher Verunsicherung unter Patienten in der Gemeinde geführt. Lawsen, der keinen Nachfolger für seine Praxis finden konnte, hätte noch zwei Quartale weitermachen wollen, hatte aber eine Absage der Kassenärztlichen Vereinigung erhalten.

Eine der Patientinnen von Lawsen hatte in einem NWZ -Beitrag (NWZ v. 22. Dezember) erklärt, sie sei bei anderen Ärzten in Bösel und Umgebung abgewiesen worden, man könne dort keine neuen Patienten mehr aufnehmen, habe es geheißen.

Dazu erklärte gestern der Böseler Arzt Holger Meister, seine Praxis werde in jedem Fall zusätzliche Patienten aufnehmen. „Wie schon mehrfach in der Presse erwähnt, ist in meiner Landarztpraxis seit Oktober diesen Jahres ein Assistenzarzt im letzten Weiterbildungsabschnitt zum Facharzt für Allgemeinmedizin angestellt. Aus diesem Grunde haben wir den Patientenannahmestopp zum 1. Oktober diesen Jahres aufgehoben. Mein Kollege Dr. Marcus Borgemeister und ich wollen nach Absolvierung seiner Ausbildungszeit perspektivisch eine allgemeinmedizinische Gemeinschaftspraxis gründen. Damit wäre die medizinische Versorgung der Böseler Bevölkerung für die nächsten Jahre gesichert“, erläuterte Meister gegenüber der NWZ .

Gerade chronisch kranke Patienten der Lawsen-Praxis hatten die Befürchtung geäußert, keine ortsnahe regelmäßige Behandlung mehr sicherstellen zu können. Der Böseler Landarzt betreute zuletzt rund 1500 Patientinnen und Patienten. Wegen der zum Jahresende auslaufenden Kassenzulassung behandelt er ab 1. Januar 2008 Patienten nur noch privat. Seine vier Sprechstundenhilfen werde er nicht weiter beschäftigen können, kündigte er an.

Beschwerdeführerin Mathilde Emke hatte sich an die Gemeinde Bösel um Unterstützung gewandt. Dort war ihr von Hermann Walter als Vertreter des Bürgermeisters zugesagt worden, sich um das Problem kümmern zu wollen.

Landarzt Holger Meister weist aber darauf hin, dass es zu Panik keinen Anlass gebe, „kein Kranker wird in Bösel unbehandelt bleiben.“