BöSEL - Kindergartenleitung und Kirchengemeinde sind entsetzt über die Hinterlassenschaften der Jugendlichen. Der Spielplatz ist ohne Risiko für die Kinder kaum noch nutzbar.

von thomas haselier

BÖSEL - Was zu viel ist, ist zu viel – Ulrike Runden, Leiterin des Böseler Kindergartens St. Raphael, sorgt sich in höchstem Maße um ihre Schutzbefohlenen. Der Spielplatz des Kindergartens wird nachmittags, abends und auch nachts von Jugendlichen besetzt, die dabei unter anderem benutzte Spritzen, Kondome und Flaschenscherben zurücklassen. Bei einem eilends einberufenen Treffen, an dem neben Kirchenprovisor Aloys Gelhaus auch Gemeindedirektor Bernhard Hackstedt und Vertreter der Polizei teilnahmen, wurden am Donnerstagabend Möglichkeiten diskutiert, die ständige Gefährdung der Kindergartenkinder und die stets wiederkehrende Zerstörungen auf dem Gelände zu beenden.

Ob es sich bei den Spritzen um Rauschgiftutensilien handelt, wird noch polizeilich untersucht. Fest steht aber bereits jetzt, dass die Polizei künftig verstärkt den Spielplatz kontrollieren wird, versprach der stellvertretende Leiter der Friesoyther Dienststelle, Bernd Schedemann. „Wir werden die Personalien feststellen und Platzverweise aussprechen“, kündigte er an. Zugleich warnte er aber vor übertriebenen Erwartungen. „Das ist kein Bösel-spezifisches Problem“, sagte er. Besondere polizeiliche Repression werde das Problem nicht beseitigen, sondern nur zu einem Verdrängungseffekt führen.

Bei den Jugendlichen handelt es sich mit einiger Wahrscheinlichkeit in erster Linie um junge Aussiedler, Deutschrussen, die sich regelmäßig in bestimmten Gruppen treffen. „Die suchen sich immer geschützte Stellen, weil sie sich zu Hause nicht treffen können“, kennt Schedemann das Problem. Er verstehe zwar, dass die Sorge um die Kindergartenkinder groß sei – der Zustand sei so auch nicht akzeptabel –, jedoch handele es sich bei den Jugendlichen nicht um Schwerkriminelle, sondern um junge Leute, die über die Strenge schlügen.

Diskutiert wird nun auch eine deutlich höhere Einzäunung des Spielplatzes, „das hat in anderen Kindergärten Erfolg gebracht“, sprach sich Ulrike Runden dafür aus. Auch die Beleuchtung soll mit Bewegungsmeldern verbessert werden. Gelhaus und Polizeihauptkommissar Schedemann regten darüber hinaus an, Eltern und den Heimatverein mit einzubinden und einfach häufiger im Spielplatzbereich und im Bereich der Martinschule präsent zu sein. Auch das könne Vandalismus verhindern.