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NWZonline.de Region Cloppenburg Gemeinden Bösel

Soziales: In Dörfern ist Not am größten

04.04.2018

Bösel /Tschernobyl Am kommenden Samstag, 7. April, startet der Arbeitskreis „Hilfe für Tschernobyl-Kinder“ im Landkreis Cloppenburg zu seinem 23. humanitären Hilfstransport in die Tschernobyl-Region. Mit zwei Lastkraftwagen und zwei Wohnmobilen machen sich Andreas Meister, Gisela und Alfons Elberfeld, Martin Pille, Benjamin Dirks, Franz Niemöller, Ludwig Wreesmann, Ralf Meyer, Frank Schwalm, Jörg Lübbe und Ludger Meiners auf den gut 2000 Kilometer langen Weg (einfache Strecke). Die Leitung hat der Arbeitskreisvorsitzende Ludwig Wreesmann. Die Lkw werden von den Firmen Landhandel Ralf Meyer (Bösel) und der Spedition Lübbe (Bösel) zur Verfügung gestellt.

Als Hilfsgüter gehen unter anderem 2000 Pakete mit auf die Reise, die von vielen Helfern Montag für Montag ein Jahr lang unter der Leitung der kürzlich verstorbenen Maria Block und Hubert Theilmann in den Lagerräumen bei Brüggemann/Brunnberg an der Fladderburger Straße gepackt wurden.

Des Weiteren werden Kleidung, Kinderkleidung, Bettzeug, Schuhe, Brillen, Hörgeräte, orthopädische Hilfsmittel, Rollstühle, Rollatoren und Gehhilfen, die hauptsächlich von einem Orthopädiebetrieb in Westerstede kostenlos repariert und zur Verfügung gestellt wurden, transportiert. Spenden von Schokolade, Kaffee und Tee sind noch dringend erwünscht. Lebensmittel wie Reis, Mehl, Nudeln, Fleisch, Wurst und Käse werden vor Ort in Retschiza gekauft und von Haus zu Haus in den Dörfern der Verstrahlungsgebiete verteilt, unter anderem in Staro Krasnoje.

In den Dörfern ist die Not am größten, die Krankheitsrate als Folge des Atomunglücks 1986 ist hoch. Es herrscht große Arbeitslosigkeit, viele Menschen leben an der Armutsgrenze oder darunter. Die Renten reichen häufig kaum zum Leben. Landflucht herrscht bei den jungen Leute, die Alten werden allein gelassen und vereinsamen.

Es wird übrigens mit dem dortigen Internationalen Roten Kreuz in Retschiza und Gomel in Belarus als Garant des Hilfstransport zusammengearbeitet. Die Helfer werden am Freitag, 13. April, in Bösel zurückerwartet.

Der Arbeitskreis „Hilfe für Tschernobyl-Kinder“ ist ausschließlich auf Spenden angewiesen und erhält keinerlei staatliche Förderung. Spendenbescheinigungen können ausgestellt werden. Spender können auch eine konkrete Patenschaft übernehmen.

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